16. März 2010


System ist chronisch unterfinanziert

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Von Christoph Slangen

Frage: Am Mittwoch nimmt die Regierungskommission zur Finanzierung des Gesundheitswesens ihre Arbeit auf. Welches Problem muss vordringlich gelöst werden?

Hoppe: Die Kommission sollte sich zuerst mit der Finanzausstattung des deutschen Gesundheitswesens befassen. Die gesetzliche Krankenversicherung ist chronisch unterfinanziert. Nur 6,45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden für sie aufgewendet. Das deutsche Gesundheitssystem wird immer mit dem in Frankreich, den Niederlanden, Neuseeland oder den skandinavischen Ländern verglichen. Dort liegt der Anteil der Ausgaben für Gesundheit aber deutlich höher. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit stehen wir nur an zehnter Stelle unter den OECD-Ländern. Ohne die Einnahmen der Privatversicherten und Selbstzahler wäre das System noch stärker unterfinanziert.

Frage: Wie viel Geld fehlt für eine angemessene Gesundheitsversorgung?

Hoppe: In den Vergleichsländern werden mindestens acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufgewendet. In Deutschland erreichen wir zusammen mit den Selbstzahlern ungefähr sieben Prozent. In die gesetzliche Krankenversicherung müsste jährlich zusätzlich mindestens ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts fließen. Nur dann kann die heimliche Rationierung beendet werden.

Frage: Wo und wie macht sich heimliche Rationierung bemerkbar?

Hoppe: Es wird insbesondere an der Personalausstattung in den Krankenhäusern gespart – bei Ärzten, aber auch bei allen anderen Beschäftigten bis hin zum Putzdienst. Das ist eine Form von Rationierung.

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Frage: Auf welcher Seite stehen die Ärzte im Streit um Kopfpauschalen?

Hoppe: Aus ärztlicher Sicht steht es nicht im Vordergrund, wie das Geld aufgebracht wird. Jeder Arzt hat als Bürger dazu seine Meinung. Für uns ist eine stabile Finanzausstattung wichtig. Wir wollen nicht von Steuerzuschüssen abhängig sein, die jedes Jahr gegen andere wichtige Politikbereiche abgewogen werden.




 



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