Befristete Verträge kein Problem
Karl-Josef Laumann, NRW-Minister
Das Thema: Arbeitsmarkt
Von Christoph Slangen
Frage: Wirbel um die Koalitionspläne, mehr befristete Beschäftigung zuzulassen. Höhlt Schwarz/Gelb den Kündigungsschutz aus?
Laumann: Nein. Wir werden auch keine Kettenarbeitsverträge ermöglichen. Seit einem rot-grünen Gesetz aus dem Jahr 2001 gibt es die Möglichkeit, Mitarbeiter ohne sachlichen Grund längstens zwei Jahre befristet zu beschäftigen. Die Zweijahresdauer darf maximal in drei Verträge gestückelt werden. Man darf allerdings nur Arbeitnehmer befristet beschäftigen, die noch nie zuvor in der Firma gearbeitet haben. Viele haben jedoch beispielsweise als Studenten Ferienjobs gemacht, die verhindern, dass sie nach dem Studium von der Firma befristet eingestellt werden. Das wollen wir ändern – und nur diesen Punkt.
Frage: Warum überhaupt befristete Verträge?
Laumann: Die großen Unternehmen stellen fast nur noch mit befristeten Verträgen ein. Nur der Mittelstand nutzt unbefristete Verträge mit einer Probezeit von drei Monaten. Die Entwicklung hin zur Befristung ist unbefriedigend, aber beim Berufseinstieg ist das ein geringeres Problem. Die meisten Verträge werden in unbegrenzte umgewandelt. Die Menschen brauchen unbefristete Stellen. Sie sind für die Lebens- und Familienplanung notwendig. Aber: In befristeten Verträgen wird deutlich besser verdient.
Frage: Gibt es Reformbedarf bei der Zeitarbeit?
Laumann: Die Entwicklung ist erfreulich. Es gibt eine große Chance, dass wir zu einem einheitlichen Tarifvertrag in der Zeitarbeit kommen. Das ist Voraussetzung, damit die Politik die Zeitarbeit in das Entsendegesetz aufnehmen und einen verbindlichen Mindestlohn schaffen kann.
Frage: Firmen wandeln reguläre Arbeitsplätze in Zeitarbeitsjobs um. Was wollen Sie dagegen unternehmen?
Laumann: Die Tarifvertragsparteien sind dabei, dieses Problem zu lösen: Stammarbeitsplätze sollen nicht in Zeitarbeitsplätze umgewandelt werden können. Es ist besser, wir bekommen eine tarifliche Regelung, als dass wir ein Gesetz durchpauken müssen.
Karl-Josef Laumann (CDU) ist Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in N
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