Auf dem Stuhl das Denken beibehalten
von Julia Wäschenbach
FRAGE: Sie wurden vor zwölf Jahren Günther Jauchs erster Fernseh-Millionär. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?
FREISE: Mehr, als ich gedacht hatte. Ich dachte, nach vier Wochen ist die Geschichte vorbei, ich habe wieder meine Ruhe und keiner erkennt mich mehr. Da habe ich mich gründlich geirrt. Ich werde bis heute erkannt und habe seit knapp zwölf Jahren eine Menge um die Ohren. Da ich nun mal der Erste war, werde ich auch immer wieder vorgeführt und bekomme bis heute mediale Einladungen der verschiedensten Art.
FRAGE: Was haben Sie denn mit dem ganzen Geld gemacht?
FREISE: Das ist schon lange weg. Das ist binnen eines Jahres ausgegeben worden – und zwar ganz bewusst. Wir wollten die Million nicht bunkern, sondern unter die Leute bringen. Wir haben viel gespendet und den Rest in unsere Doppelhaushälfte gesteckt.
FRAGE: Waren Sie im Nachhinein enttäuscht, dass Sie nur halber Euro-Millionär geworden sind? Damals gab es noch die D-Mark.
FREISE: Erstens bin ich nicht wegen des Geldes ins Fernsehen gegangen, sondern wegen einer Wette, und zweitens weil ich meinem Sohn mal vorführen wollte, was das hinter den Kulissen für ein Laden ist. Er saß auf dem Spotlight-Platz und wir haben munter über Bande gespielt, Jauch, mein Sohn und ich. Das war eigentlich ganz munter.
FRAGE: Fiebern Sie heute noch im Fernsehen mit den Kandidaten mit?
FREISE: Ich gucke ab und zu rein und wundere mich: Erstens sind die Fragen schwerer geworden. Keine Frage: RTL rückt die Million nicht mehr so schnell raus. Außerdem sind die Mitspieler schlauer geworden. Sie wissen inzwischen, wie sie sich im Fernsehen zu benehmen haben.
FRAGE: Was raten Sie anderen Quiz-Teilnehmern?
FREISE: Erstens, nicht ans Geld denken. Zweitens, nicht vorher bulimiemäßig Wissen bunkern. Das hat man in dem Augenblick nicht parat. Und man sollte auf jeden Fall auf dem Stuhl das Denken beibehalten. Ich sehe immer wieder Kandidaten, die vor lauter Nervosität plötzlich das Denken einstellen.
FRAGE: Würden Sie heute die Risikovariante mit einem vierten Joker spielen?
FREISE: Natürlich – no risk, no fun. Es ist ein Spiel. Dass es um Geld geht, war mir eher nebensächlich. Mir ging es um das Spiel.
- FRAGE: Herr Lafer, zu welchem Anlass heizen Sie den Grill an?
LAFER: In meiner Berufung als Koch werfe ich den Grill natürlich am liebsten für meine Gäste an.
FRAGE: Was macht Ihnen beim Grillen besonders viel Spaß?
LAFER: Grillen ist heutzutage modern und trendy, da sich die Technik so enorm weiterentwickelt hat.mehr
- FRAGE: Herr Lies, wie sehen Sie die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, ist da nicht alles im grünen Bereich?
LIES: Im Gegenteil, wir haben einen zweigeteilten Arbeitsmarkt: Beschäftigte mit guter tariflicher Bezahlung und ein immer dramatischer werdender Niedriglohnbereich.mehr
- FRAGE: Bei ihrem Gipfeltreffen in Chicago will die NATO über die Finanzierung der afghanischen Streitkräfte nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes 2014 beraten. Wie viel Geld wird künftig von Deutschland nach Afghanistan fließen?
NIEBEL: Wir wollen die Unterstützung zunächst auf dem bisherigen Niveau fortsetzen.mehr
- FRAGE: Sie werden 85 und stehen immer noch fast jeden Abend auf der Bühne. Haben Sie nie daran gedacht, kürzerzutreten? Oder brauchen Sie das Geld?
HILDEBRANDT: Geld brauche ich immer, es brauchen auch Leute Geld, die mit mir zusammenleben.mehr



