SONNENBüHL, 11. Februar 2012


Gefangen im Osterei

Deutschland Kleine Kunstwerke in Sonnenbühl


Bild

Humorvolle Gemeinheit: Der unartige Weihnachtsmann sitzt im Osterei-Knast. Zu sehen sind dieses und andere Kunstwerke ab dem 3. März in einer Sonderausstellung des Ostereimuseums Sonnenbühl. BILD: Dagmar Sponsel  Bild vergrößern

Das Ostereimuseum stellt in einer Sonderausstellung rund 250 Exponate aus. Die Künstler leisteten Filigranarbeit.

von Dagmar Sponsel

Sonnenbühl - Angenommen, der Weihnachtsmann hätte etwas verbrochen: Was wäre die höchste Strafe, die man über ihn verhängen könnte? Ihm alle seine Rentiere wegnehmen? Den Bart abschneiden? Seinen roten Mantel rosa färben vielleicht? Das ist alles nichts im Vergleich zu dem, was sich ein unbekannter Künstler für den unartigen Weihnachtsmann ausgedacht hat. Er steckt ihn hinter Gitter. Und zwar in einem besonderen Gefängnis: der Bedauernswerte sitzt im Osterei-Knast. Bis er da wieder rauskommt, wird es eine ganze Weile dauern: Die Sonderausstellung im Ostereimuseum in Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb ist vom 3. März bis zum 4. November zu sehen.

Der Künstler, der sich die humorvolle Gemeinheit für den Weihnachtsmann ausgedacht hat, muss nicht nur ein kreativer, sondern vor allem auch ein handwerklich begabter Mensch sein. Das Material ist überaus zerbrechlich: Eierschalen werden mit winzigen Werkzeugen bearbeitet. Löcher bohren, Muster fräsen, Motive aufmalen und Verzierungen aufkleben – das alles ist filigrane Feinarbeit.

Die Kunsthistorikerin Anna Barkefeld leitet das Ostereimuseum in Sonnenbühl seit vielen Jahren. Sie ist immer noch fasziniert, wenn sie neue Exponate in ihren Bestand aufnehmen kann und die kleinen Kunstwerke aus aller Welt genauer unter die Lupe nimmt. Der Weihnachtsmann im Osterei ist nur eines von rund 250 Stücken, die sie für die diesjährige Sonderausstellung ausgewählt hat.

Besonders angetan ist Anna Barkefeld auch von einem Ei mit ganz viel Musik drin: Ein findiger Tüftler hat es doch tatsächlich geschafft, eine Spieluhr in einer quer aufgeschnittenen Eierschale unterzubringen – und sie funktioniert! Dreht man an einem Knöpfchen, spielt das winzige Wunderwerk der Technik den Hit „Memory“ aus dem Musical „Cats“. Ähnlich filigran ist das Schmuckdöschen, das ein ungarischer Künstler aus einem Gänseei gebastelt hat: Die Schale, in die er ein Muster gefräst hat, wird so zur stilvollen Hülle für kleine Kostbarkeiten.

Sehenswert sind nicht nur die wechselnden Sonderausstellungen, die sich unterschiedlichen Schwerpunktthemen rund ums Ei und des Osterbrauchs widmen, sondern auch die Dauerstellung des skurrilen Museums. Die komplette Sammlung umfasst inzwischen rund 7000 Ausstellungsstücke. Platz für Kunst ist auf der kleinsten Schale – von daumennagelgroßen Finkeneiern bis hin zu riesigen Straußeneiern haben Künstler aus aller Welt einfach alles verziert.

Sie haben die Schalen mit feinen Werkzeugen durchbrochen oder mit Stecknadeln durchbohrt, die Oberflächen mit spitzen Bleistiften und feinen Pinseln bemalt oder Papierfitzelchen aufgeklebt. Eines der beliebtesten Exponate ist das knallrot lackierte Cola-Ei, das der Künstler nicht nur mit dem berühmten Schriftzug, sondern auch mit einer originalen Dosen-Abziehlasche versehen hat.

Das Ostereimuseum ist vom 3. März bis 28. Mai von dienstags bis sonnabends (10–17 Uhr) sowie sonntags und an Feiertagen (11–17 Uhr) geöffnet.

ANZEIGE

Vom 29. Mai bis zum 4. November: sonntags (13–17 Uhr). Für Gruppen täglich nach Anmeldung. Infos: Telefon 07128/92518 oder im Internet unter

 @  http://www.sonnenbuehl.de




WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Im Stau zwischen Lastwagen und Ochsenkarren

19.05.2012 - Langsam rollt Karl-Heinz Krinn mit dem Fahrrad durch eine der engen Gassen in Delhis historischer Altstadt. Er muss es schaffen, gleichzeitig zu staunen und im Sattel zu bleiben. Überall sind Schlaglöcher, Fußgänger und hupende Motorräder.mehr

Rot-weiße Balken weisen den Weg

19.05.2012 - Im weichen Waldboden hinterlassen die Wanderstöcke kleine Löcher. Vogelgezwitscher ist zu hören, sonst nichts. Der schmale Weg windet sich den Hang hinauf. Kiefern und Buchen filtern das Sonnenlicht. Da ist es wieder: das Pyrenäengefühl.mehr

Oma und Opa mit Enkelkindern auf Tour

19.05.2012 - Viele Familien leben weit entfernt von den Großeltern. Gemeinsame Reisen sind für Oma, Opa und Enkel eine seltene und besonders gute Möglichkeit, sich besser kennenzulernen und zusammen etwas zu unternehmen.mehr

Wehmütige Melodien in alten Gassen

12.05.2012 - „Schschschttt“ – so klingt es, wenn der Fado sich ankündigt. Das Licht in der Bar wird gedämpft, die Gespräche verstummen. Dann steht einer der Alten auf. Er hebt die Hände, als ringe er mit etwas.mehr

Massagen für strapazierte Camper-Körper

12.05.2012 - Isomatte, Gemeinschaftsdusche, Gaskocher: Campingplätze sind meist wenig luxuriös. Doch es gibt auch Ausnahmen mit Sauna und Whirlpool, Massagen, kostenlosem Golfen und Luxus-Bungalows.
  Caravan Park Sexten: Die größte Attraktion des Campingplatzes im italienischen Sexten sind die Badezimmer.mehr

Anzeige
Umfrage

Steigt Fortuna Düsseldorf nach den Ausschreitungen beim Relegationsspiel zu Recht in die Fußball-Bundesliga auf?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
24 °C
9 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat