Maskenmann schockt Werder
Bundesliga Bremer kassieren gegen Mönchengladbach spätes 1:1 von Dante
Der Mann mit der Maske: Dante köpfte das 1:1 für Mönchengladbach und feierte mit Mike Hanke sein Tor. BILD: imago 
von Jan Zur Brügge
Bremen - Max Eberl brauchte nach dem Abpfiff erst einmal eine Zigarette. Während der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach nach dem in letzter Sekunde erreichten 1:1 im Abstiegskrimi der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen verstohlen am Teambus nikotinreichen Rauch aufsog, spendeten sich die Hanseaten am Mittelkreis gegenseitig Trost und stapften dann zumeist schnurstracks in die Kabine, um hinter verschlossener Tür erstmal ordentlich nach Frust müffelnden Dampf abzulassen.
„Wir haben vergessen, den Sack zuzumachen“, ärgerte sich Werder-Trainer Thomas Schaaf über die vielen vergebenen Torchancen, die es den Gästen erst ermöglichten, nach dem Bremer Führungstreffer von Sandro Wagner (39. Minute) in der Nachspielzeit noch das 1:1 zu schaffen.
„Wir hätten nicht gedacht, dass wir noch ein Unentschieden erreichen“, sagte Borussia-Innenverteidiger Dante, der den Ball trotz eines Nasenbeinbruchs ins Netz wuchtete. „Es tut noch ein bisschen weh, aber der Kopfball war es wert“, erklärte der Maskenmann. „Der Punkt fühlt sich fast wie ein Sieg an“, sagte er über den nicht unbedingt verdienten Punktgewinn.
„Es fühlt sich an, als wenn man uns was weggenommen hätte“, sagte Schaaf, dessen Team die 85 Minuten erschreckend schwachen Gladbacher unnötig wieder ins Spiel kommen ließ. „Das ist eine große Enttäuschung“, trauerte auch Manager Klaus Allofs zwei verschenkten Punkten im Abstiegskampf nach. „Wir treten auf der Stelle“, konstatierte er: „Wir hätten einen Riesenschritt machen können, aber so sind wir weiter mittendrin.
Während die Borussia zwar noch immer fünf Zähler von einem Nichtabstiegsplatz entfernt ist, sich aber als moralischer Sieger fühlen durfte, verpasste es Werder, einen direkten Konkurrenten weit hinter sich zulassen. „Wenn ich sehe, wer da alles vor uns steht, kriege ich das K...“, meinte Torschütze Wagner.
Immerhin kletterten die Bremer aber nach fünf Punkten aus drei Spielen auf den zwölften Platz und betonten trotz allen Frustes die positiven Aspekte. „Wir spielen wieder mutiger“, meinte Allofs.
„Werder hat sehr gut gespielt, sehr stark und sehr aggressiv. Mit dem 1:0 zur Halbzeit konnten wir sehr zufrieden sein“, meinte Lucien Favre. „Wir haben aber immer an uns geglaubt. Dieser Punkt ist wichtig für den Kopf“, hofft der Borussia-Trainer auf einen Schub im Kampf um den Liga-Verbleib.
Auch die Bremer wollen die Häupter trotz der verschenkten Punkte nicht hängen lassen. „In einer Woche in Nürnberg haben wir wieder die Chance, einen Dreier zu holen. Schaffen wir das, ist die Welt wieder halbwegs in Ordnung“, meinte Jungspund Florian Trinks. „Der Dreier hätte uns Ruhe gegeben“, sagte Kapitän Torsten Frings: „So ist jetzt halt weiter Dampf angesagt.“ Kein nach Nikotin oder Frust müffelnder, sondern nach Schweiß duftender Dampf, der von harter Arbeit für den Klassenerhalt zeugt.
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