MöNCHENGLADBACH, 20. Mai 2011


Gladbachs Trainer setzt auf gute Mischung

Lucien Favre in der Schweiz anerkannt – Verletzung stoppt Karriere


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Dirigent an der Seitenlinie: Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre wird auch liebevoll „Super Hirnli“ genannt. Der Schweizer hat in der Rückrunde selbst Experten verblüfft.Ein Trainer, der mit seinen Spielern zu jeder Phase einer Begegnung mitfiebert: der Coach von Borussia Mönchengladbach, Lucien Favre BILD: ddpBILD: dpa  Bild vergrößern

dpa

Mönchengladbach - In seiner Schweizer Heimat wird Lucien Favre respektvoll das „Super-Hirnli“ genannt. Beim fünfmaligen deutschen Fußball-Meister Borussia Mönchengladbach konnte man sich in den vergangenen drei Monaten von den Gründen seines Spitznamens überzeugen. Diszipliniert, kompakt, taktisch gut eingestellt – seit Favres Amtsübernahme präsentierte sich das bis dahin abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht erstligareif.

„Er leistet hervorragende Arbeit und stellt uns immer wieder sehr gut auf den Gegner ein“, sagte Stürmer Mike Hanke über die Vorzüge seines Trainers. Der 53-jährige Favre unterbricht immer wieder die Gladbacher Trainingseinheiten, um Dinge anzusprechen und zu korrigieren.

Als er als Nachfolger des entlassenen Michael Frontzeck verpflichtet wurde, lag die Borussia mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang abgeschlagen am Tabellenende. Unter Favres Regie gelang die Aufholjagd, der direkte Abstieg wurde verhindert. Dennoch ist Favre kein typischer Feuerwehrmann. Schon seine Vertragsdauer bis zum 30. Juni 2013 und die von Beginn an vorhandene Bereitschaft, den Traditionsklub notfalls in der 2. Liga neu aufzustellen, untermauert diese Tatsache.



Der aus Saint-Barthelemy (Kanton Waadt) stammende Coach steht für kontinuierlichen Aufbau und Offensiv-Fußball. So führte er in der Bundesliga Hertha BSC 2009 fast zur Meisterschaft.

Favre verglich den Aufbau einer erfolgreichen Mannschaft einst mit dem Rezept für einen Kuchen: „Du brauchst immer Eier, Zucker und Mehl – aber auf die richtige Mischung kommt es an.“

Schon als Spieler wurde er für seine strategischen Fähigkeiten gelobt. Als Profi war er von 1976 bis 1991 aktiv, fast nur in der Schweiz. Einzige Ausnahme war 1983/84 ein Gastspiel beim FC Toulouse. Favre spielte mit viel Übersicht und taktischem Verständnis vor der Abwehr. In den 70er Jahren lernte er Mönchengladbachs Meistermacher Hennes Weisweiler kennen – eine prägende Erfahrung. „Er hat mich als besten Spieler der Schweiz vorgeschlagen. Das hat mich stolz gemacht“, sagte Favre.

Eine Verletzung beendete seine Karriere. Im September 1985 zog wurde er gefoult und zog sich Knochenbrüche und Bänderrisse zu. Es kam zu einem strafrechtlichen Prozess, sein Gegenspieler wurde zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

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