BARCELONA, 23. Mai 2011


Sebastian Vettel rettet Vorsprung ins Ziel

Weltmeister feiert in Spanien vierten Sieg im fünften Rennen – Herzschlagfinale in Barcelona


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Knappes Ende eines spannenden Rennens: Sebastian Vettel (links) im Red Bull schießt mit einem Vorsprung von rund 50 Metern beziehungsweise 0,6 Sekunden vor dem Zweiten Lewis Hamilton im McLaren Mercedes über die Ziellinie. BILD: DPA  Bild vergrößern

In einem packenden Duell hielt der Deutsche seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton auf Distanz. Einen Aufwärtstrend verzeichnete Michael Schumacher.

von Holger Schmidt

Barcelona - Den Sieg im Herzschlagfinale feierte der neue „König von Spanien“ mit einem schrillen Jubelruf. Dann nahm Sebastian Vettel einen Schluck aus der Champagnerflasche und schickte einen feucht-fröhlichen Partygruß in die Heimat. „Ich werde hier anstoßen und einen trinken und hoffe, Ihr habt auch Spaß“, sagte der Formel-1-Weltmeister in Richtung der 2500 Fans beim Public Viewing in seiner Heimatstadt Heppenheim.

Auf den Tag genau 50 Jahre nach dem ersten deutschen Sieg bei einem Formel-1-Rennen von Graf Berghe von Trips errang der jüngste Weltmeister aller Zeiten seinen 14. Grand-Prix-Erfolg. Mit 0,6 Sekunden Vorsprung – oder nur knapp 50 Metern – hatte Vettel den starken Lewis Hamilton bezwungen, nach dem vierten Sieg im fünften Rennen des Jahres fährt er weiter im Eiltempo einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen.

Seine Führung in der Gesamtwertung baute er auf 41 Punkte aus, auch wenn der WM-Zweite Hamilton durch energischen Widerstand die von der Konkurrenz befürchtete Solofahrt verhinderte.

„Das war richtig eng. Als ich die Zielflagge gesehen habe, ist mir eine Tonne von den Schultern gefallen“, sagte der 23-Jährige, der nach der Zieleinfahrt in Anlehnung an die Comic-Figuren Fred Feuerstein und Crazy Frog zunächst „Yabba Dabba Doo“ und dann „Ring Ding Ding“ über den Teamfunk rief. „In den letzten zehn Runden habe ich gemerkt, dass meine Reifen nachlassen und nur noch gebetet, dass sie halten“, sagte Vettel, der erneut mit Aussetzern beim wichtigen KERS-Zusatzschub kämpfte, aber kühlen Kopf behielt.

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Hamiltons Teamkollege Jenson Button wurde Dritter vor Vettels von der Pole gestartetem Stallrivalen Mark Webber. Das Ergebnis blieb auch auf dem Papier so eng bestehen, nachdem Hamilton, Button, Webber und Jaime Alguersuari trotz Missachtung einer gelben Flagge nur ermahnt wurden. Vize-Weltmeister Fernando Alonso belegte im Ferrari nach einem Traumstart und 19 Führungs-Runden vor heimischem Publikum am Ende nur Rang fünf und wurde kurz vor dem Ziel sogar überrundet.

Rekordweltmeister Michael Schumacher sorgte als Sechster für sein bestes Saisonergebnis, war aber dennoch nicht ganz zufrieden: „Es war sehr rutschig und ich hatte sehr viel Übersteuern.“ Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg musste sich nach zuletzt zwei fünften Plätzen diesmal mit Rang sieben begnügen. „Im Rennen habe ich viele Probleme gehabt“, sagte Rosberg: „Mein Radio hat nicht funktioniert. Das war nicht gut für unsere Strategie.“

Das Team habe in Spanien nicht den geplanten Fortschritt sondern eher einen Schritt zurück gemacht. Ärgerlich: Beide Silberpfeile wurden mehr als zehn Umläufe vor dem Ende überrundet.

Nick Heidfeld nutzte nach seinem spektakulären Feuer-Unfall am Sonnabend und dem Zwangs-Verzicht auf die Qualifikation die Vorteile der zusätzlichen Reifensätze glänzend aus und kam vom 24. und letzten Startplatz aus noch auf Rang acht. Damit verdiente sich der 34-jährige Routinier noch vier WM-Punkte und landete sogar vor dem von Platz sechs gestarteten russischen Teamkollegen Witali Petrow.




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