Treueschwur belebt Schalke
Fußball 4:2-Sieg in Mainz – Raúl bleibt beim Pokalsieger
von Holger Luhmann
Mainz - Erst genoss Raúl die Umarmung von Trainer Ralf Rangnick, dann die Ovationen der Fans: Beflügelt vom Treuebekenntnis des Weltstars hat Schalke 04 drei Tage nach der Schmach in Helsinki eindrucksvoll Moral gezeigt und am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga einen 0:2-Halbzeitrückstand in einen 4:2-Sieg bei Mainz 05 gedreht.
„Dieses Spiel gibt uns Mut“, sagte ein spürbar erleichterter Rangnick. An diesem Donnerstag (20.20 Uhr/WDR) hat der DFB-Pokalsieger im Playoff-Rückspiel der Europa League gegen HJK Helsinki sogar 90 Minuten Zeit, das 0:2 aus dem Hinspiel umzubiegen.
Offenbar neuen Schwung gibt Schalke auch der definitive Verbleib von Raúl. „Ich bleibe definitiv auf Schalke und werde meinen Vertrag erfüllen“, hatte der 34-jährige Spanier auf der Internetseite des Clubs verkünden lassen und alle Spekulationen um einen Abschied beendet: „Die Zuneigung, die mir die Fans von Schalke entgegenbringen, ist außergewöhnlich und unvergesslich.“
„Es kann für uns nur von Vorteil sein, dass jetzt Klarheit herrscht. Seine Erfahrung und Cleverness sind für uns wichtig“, sagte Rangnick, der in Zukunft den „regelmäßigeren Austausch“ mit seinem Star suchen will. Raúl hatte das Verhältnis zu Rangnick zuvor als „korrekt und professionell“ bezeichnet: „Es gibt keine Probleme.“
Kapitän Benedikt Höwedes zollte dem Stürmerstar am Sonntag nach dem 4:2 ein Sonderlob. „Er hat zwei Tore vorbereitet und war mitverantwortlich, dass wir zurückgekommen sind.“
Nach den frühen Gegentoren durch Andreas Ivanschitz (7.) und Elkin Soto (12.) sah es schon so aus, dass Schalke endgültig in die Krise stürzen würde. Doch nach der Pause kam Schalke wie verwandelt aus der Kabine und drehte durch Klaas-Jan Huntelaar (57.), Höwedes (64.) Marvin Matip (82.) und den Ex-Mainzer Christian Fuchs (90.) das Spiel. Anteil am Erfolg hatte auch der starke Jefferson Farfan, der nach sechs Wochen Verletzungspause zur Pause eingewechselt wurde.
FSV-Trainer Thomas Tuchel nahm die Niederlage auch auf seine Kappe: „Die Mannschaft war aus verschiedenen Gründen müde. Ich wollte trotzdem, dass wir weiter aggressiv spielen. Wahrscheinlich wäre es angebracht gewesen, tiefer zu stehen und auf Konter zu setzen.“
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