Deutsche verpassen Medaille
Leichtathletik-WM Hammerwerfer Esser Vierter – Stabhochspringer Mohr Fünfter
Sprang an einer WM-Medaille vorbei: Trotz einer guten Leistung reichte es für Malte Mohr nur zu Rang fünf. BILD: ddp 
von Ulrike John
Daegu - Nadine Kleinert und Jennifer Oeser vergossen bittere Tränen, Malte Mohr verpasste den ersehnten Höhenflug, Markus Essers Hammer flog um 27 Zentimeter an Bronze vorbei: Für die deutschen Leichtathleten endete der dritte Tag der WM in Daegu glanzlos ohne Medaille.
Esser (79,12 Meter) landete wie vor sechs Jahren in Helsinki auf dem vierten Platz. „Nummer vier in der Welt – das passt“, sagte der 31-jährige Leverkusener. Zum ersten Mal den WM-Titel sicherte sich der 36-jährige Japaner Koji Murofushi (81,24 Meter).
Stabhochspringer Mohr kämpfte zwar um die Medaillen mit, starke 5,85 Meter im dritten Versuch reichten für den 25-jährigen Münchner aber nur zum fünften Platz. „Ich habe mich ganz gut verkauft. Mit dem Platz bin ich nicht zufrieden, aber mit der Leistung“, meinte Mohr. Gold ging an den Weltjahresbesten aus Polen: Pawel Wojciechowski holte sich den Titel mit 5,90 Metern.
Kugelstoßerin Kleinert (35/Magdeburg) belegte mit 19,26 Metern gar nur den achten Rang und war ebenso wie Siebenkämpferin Jennifer Oeser (27/Leverkusen) enttäuscht: Nach vier Disziplinen liegt die WM-Zweite von 2009 nur auf Platz sieben – Medaillentraum geplatzt.
Fast 40 000 Zuschauer feierten Carmelita Jeter. Im 100-Meter-Finale triumphierte die US-Amerikanerin in 10,90 Sekunden. Noch spannender war das Männer-Finale über 110 Meter Hürden. Olympiasieger und Weltrekordler Dayron Robles (Kuba) stürmte in 13,14 Sekunden als Erster ins Ziel – wurde aber wegen Behinderung des Chinesen Liu Xiang nach einem Protest des chinesischen Verbandes disqualifiziert. Ein Gegenprotest der Kubaner blieb erfolglos.
So bekam Jason Richardson (USA), in 13,16 Sekunden zunächst Zweiter, Gold am Grünen Tisch. „So will ich nicht gewinnen“, meinte Richardson. Liu, seit seinem Olympia-Aus 2008 wegen Achillessehnenbeschwerden wieder auf dem Vormarsch, erhielt am Ende Silber.
Für den unterschenkelamputierten Oscar Pistorius endete die erste WM im Halbfinale: Der Südafrikaner kam auf seinen Carbon-Prothesen als Letzter seines 400-MeterLaufs ins Ziel, war aber „glücklich, gelaufen zu sein“.
Am vierten Wettkampf-Tag an diesem Dienstag (11.30 Uhr/ARD) stehen sechs Entscheidungen an. Ab 12.55 Uhr kämpft Robert Harting um eine Medaille. Mit drei Spritzen im lädierten Knie überstand der Diskuswerfer die Qualifikation am Montag. „Ich muss einfach Gas geben. Das wird schon, das wird cool“, sagte der Titelverteidiger.
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