Glückloser Lothar Matthäus geht erneut auf Jobsuche
Fußball Bulgarischer Verband entlässt Nationaltrainer nach weniger als einem Jahr – EM verpasst
Sofia - Lothar Matthäus (Bild/50) bestritt 150 Länderspiele für Deutschland und trainierte danach bislang sieben Mannschaften: Rapid Wien September 2001 bis Mai 2002 Partizan Belgrad Dezember 2002 bis Dezember 2003 Nationalmannschaft Ungarn Januar 2004 bis Dezember 2005 Atlético Paranaense (Brasilien) Januar 2006 bis März 2006 RB Salzburg/Co-Trainer Mai 2006 bis Juni 2007 Maccabi Netanya (Israel) Juni 2008 bis April 2009 Nationalmannschaft Bulgarien Oktober 2010 bis September 2011
Lothar Matthäus hat auch in Bulgarien sein Fußball-Glück nicht gefunden: Nach nicht einmal einjähriger Tätigkeit als bulgarischer Nationaltrainer gab Verbands-Präsident Borislaw Mihajlow am Montag die angeblich „einvernehmliche“ Trennung vom 50-Jährigen bekannt, der mit seiner Auswahl das Ticket zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine verpasst hatte und keine Abfindung erhalten soll. Nachfolger ist der Bulgare Michail Madanski.
Der deutsche Rekordnationalspieler (150 Einsätze) wurde durch den Rauswurf aus allen Wolken gerissen. Noch am vergangenen Sonnabend hatte Matthäus erklärt, dass er weiter für den bulgarischen Verband tätig sein werde – trotz der verpassten EM. „Vor vier Wochen haben wir per Handschlag eine Verlängerung bis 2013 besiegelt. Das sollte unter Ehrenmännern gelten“, sagte der Weltmeister-Kapitän von 1990. Allerdings fügte er skeptisch hinzu: „Ich muss nach den letzten beiden Niederlagen damit rechnen, dass im November Schluss ist.“ So kam es nun schon im September. „Natürlich würde ich gerne in Deutschland mal zeigen, was ich leisten kann“, verkündete Matthäus bereits in der vergangenen Woche vielsagend.
Selbst bulgarische Spitzenpolitiker hatten sich über den Franken lustig gemacht. Ministerpräsident Bojko Borissow äußerte sich sarkastisch über den deutschen Trainer. Sogar seine Mannschaft Witoscha Bistritsa aus der 3. Liga „verteidigt besser als unsere Nationalelf“, sagte Borissow und ließ eine Anspielung auf Matthäus’ Privatleben folgen: „Er würde sich hier nicht langweilen. Es gibt einige sehr hübsche Cheerleader.“
Matthäus hatte in der Vergangenheit mit seinen wechselnden Beziehungen wiederholt für Boulevard-Schlagzeilen gesorgt. Ein Trainer-Engagement in Deutschland blieb dem Lebemann wohl auch deshalb bislang verwehrt.
Matthäus hatte zuletzt betont, dass seine Wanderjahre als Trainer jetzt ein Ende haben sollen. Bulgarien war die siebte Station in zehn Jahren – doch nach knapp zwölf Monaten war wieder Schluss. „Ich würde gerne lange in Bulgarien arbeiten, etwas aufbauen“, sagte Matthäus. Dies blieb ihm aber versagt.
In der EM-Qualifikation belegt Matthäus mit den Bulgaren den vierten Platz mit fünf Punkten aus sieben Spielen. Zuletzt gab es ein 1:3 in Basel gegen die Schweiz mit Trainer Ottmar Hitzfeld.
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