Marin startet wieder durch
Fußball Werders Dribbler findet nach Formtief zurück zu alter Form
Den Ball immer im Blick: Nach einer verkorksten Saison präsentiert sich Werder-Profi Marko Marin in dieser Spielzeit in starker Verfassung. Der Bremer will wieder angreifen. BILD: ddp 
von Daniel Wehner
Bremen - Er galt als eines der größten Talente im deutschen Fußball, wurde U-21-Europameister 2009 und schoss gleich in seinem zweiten Länderspiel für die A-Auswahl sein erstes Tor. Jetzt steht Marko Marin in der Nationalmannschaft außen vor. Spieler wie André Schürrle, Mario Götze oder Marco Reus haben ihn überholt.
Doch der Dribbler des Bundesligisten Werder Bremen hat sein Ziel längst nicht aufgegeben. Er will bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine dabei sein. Und fühlt sich durch seine bisherige Saisonleistung bei Werder bestätigt. Denn der 22-Jährige ist erkennbar im Aufwind. Nach der verkorksten vergangenen Saison präsentiert sich Marin in dieser Spielzeit in starker Verfassung.
„Ich habe meine Form verbessert. Aber meine Entwicklung bei Werder ist nicht vorbei“, sagt er. Aus dem Mittelfeld heraus stößt er immer wieder in die Spitze, greift über die Flügel an oder sucht den direkten Zweikampf. Nach seiner überzeugenden ersten Saison 2009/2010 hat Marin sich erneut zu einer festen Größe in der Bremer Offensive entwickelt.
Doch ihm wird vorgehalten, dass er zu wenig Tore schießt. Bislang erzielte er höchstens vier Treffer pro Bundesligasaison. Dagegen sieht sich Marin selbst als Vorbereiter. So hat er unter anderem beim 5:3 gegen den SC Freiburg am dritten Spieltag zweimal assistiert. Der Ex-Mönchengladbacher hofft, dass er als Vorlagengeber auch wieder fürs Nationalteam interessant wird: „Mit guten Leistungen bei Werder steigen meine Chancen.“
Als das Team des Deutschen Fußball-Bundes bei der WM 2010 Dritter wurde, war Marin noch Teil des Kaders. Mittlerweile hat ihn Bundestrainer Joachim Löw seit rund einem Jahr nicht mehr angerufen. Dabei schien dem aufstrebenden Talent in der Nationalelf zunächst eine große Karriere bevorzustehen.
Mit nur 19 Jahren gab er im Mai 2008 sein Debüt in der deutschen A-Mannschaft. Drei Monate später schoss er beim 2:0 im Freundschaftsspiel gegen Belgien sein erstes Tor. Insgesamt brachte Marin es auf 16 Einsätze, seine bislang letzte Partie absolvierte er im November 2010 beim 0:0 in Schweden.
Probleme bereitet ihm besonders die starke Konkurrenz. Während er sich in der vergangenen Saison große Formschwächen leistete, haben ihn andere Jungstars überholt. So muss er sich Vergleichen stellen mit Champions-League-Teilnehmern wie Schürrle oder dem als Jahrhunderttalent gefeierten Götze. Marin akzeptiert das, will zunächst aber nur auf seine eigene Leistung schauen: „Der Rest kommt dann von selbst“, hofft er.
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