Gomez genießt Triumph ganz still
Fußball Münchner erzielt beim 2:1 in Stuttgart beide Tore – Bayern fast Herbstmeister
Stiller Genießer: Bedächtig ging der Münchner Mann des Tages, Mario Gomez (Mitte), vom Feld, während seine Teamkollegen Philipp Lahm (links) und Toni Kroos feierten. BILD: dpa 
von Thomas Häberlein Und Jan Reinold
Stuttgart - Mario Gomez wurde an seiner alten Wirkungsstätte ausgepfiffen und beschimpft. Der Bundesliga-Torschützenkönig ließ sich aber von den Schmähgesängen nicht beirren und gab auf dem Platz die passende Anwort. Mit seinen Saisontreffern 14 und 15 sorgte der Fußball-Nationalspieler nicht nur nahezu im Alleingang für den 2:1 (1:1)-Erfolg des FC Bayern beim VfB Stuttgart, sondern schoss den Rekordmeister aus München auch so gut wie sicher zur Herbstmeisterschaft.
„Wir wollten heute unbedingt gewinnen, aber wir haben in Überzahl nicht so gut gespielt. Wir haben einen anderen Anspruch, wir wollen Meister werden. Da müssen wir in Überzahl den Ball und den Gegner laufen lassen. Das haben wir nicht so gut gemacht“, sagte der ehemalige Stuttgarter Gomez.
Er wollte seine eigene Leistung nicht überbewerten. Wenn er ein Tor schieße, werde er immer gelobt, wenn er nicht treffe, werde er kritisiert. „Das kann ich ganz gut einschätzen“, sagte Gomez, der seinen Triumph im Südgipfel still genoss, während seine Teamkollegen mit ihren Fans feierten.
Stuttgarts Bruno Labbadia war nach seinem 100. Spiel als Bundesligacoach dagegen bedient und hatte den Schuldigen für die Niederlage schnell ausgemacht. Der VfB-Coach schimpfte wie ein Rohrspatz auf das Schiedsrichtergespann unter der Leitung von Manuel Gräfe, der allerdings alles richtig gemacht hatte.
So zum Beispiel bei der Gelb-Roten Karte gegen Cristian Molinaro nach einer halben Stunde. Der Italiener hatte Arjen Robben umgesenst und musste nach seinem zweiten groben Foul zwangsläufig in die Kabine. „Es war definitiv zu hart. Es war eine klare Fehlentscheidung“, polterte Labbadia. Und VfB-Manager Fredi Bobic wütete: „Es ist ein Kontaktsport. Wir spielen Fußball und kein Hallenhalma.“
„Durch den Platzverweis hatte Bayern deutlich mehr Ballbesitz. Wir hatten noch die eine oder andere Chance, zum Beispiel durch Cacau. Dass die Bayern aber die bessere Mannschaft waren, brauchen wir nicht wegzudiskutieren“, sagte Christian Gentner, der die Gastgeber in Führung gebracht hatte (7. Minute).
Anschließend gelang Gomez zunächst der Ausgleich (13.). Später entschied der Goalgetter das Spiel (57.). Von Platz eins wird der FC Bayern am letzten Hinrunden-Spieltag bei drei Punkten Vorsprung und der klar besseren Tordifferenz vom Meister Borussia Dortmund und auch Pokalsieger Schalke 04 nicht mehr zu verdrängen sein.
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