Assauer erzählt von seiner Erkrankung
Fernsehauftritt 67-Jährigem geht es „sehr gut“ – Alte Weggefährten helfen
Zusammen mit seiner Tochter Bettina Michel sprach Rudi Assauer in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ über seine Alzheimer-Erkrankung. BILD: Willi Weber/ZDF 
Köln - Rudi Assauer pafft seine Zigarre und lacht. „Wenn man ins Stadion geht und zuguckt, ist es was Außergewöhnliches“, erzählt er, „es macht Spaß, vor allem, wenn man gewinnt.“ Für einen Moment sieht der einst allgegenwärtige Schalker Fußballmanager so aus wie früher. Doch es ist das erste und einzige Mal bei seinem eineinhalbstündigen Fernsehauftritt in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“.
Zwischen seiner Tochter Bettina Michel und seinem langjährigen Wegbegleiter Werner Hansch sitzt Assauer am bunt gedeckten Frühstückstisch im Düsseldorfer Studio. Er soll über seine Alzheimer-Erkrankung erzählen. Das macht er auch, aber nicht wortgewaltig wie einst, sondern suchend. Nach den richtigen Worten, nach den Erinnerungen an sein Leben.
Kurz sind die Antworten, die der 67-Jährige gibt. Doch sie sagen mehr über seine Krankheit aus als die Berichte anderer. So erzählt Assauer, dass er beim Bau der Schalker Arena jeden Morgen als erstes zur Baustelle ging. „Mit meinem Kumpel da“, sagt er, „ich komm’ nicht mehr auf den Namen, die Platte ist leer“.
Der Weg in die Öffentlichkeit zwei Jahre nach der Diagnose Alzheimer beendet das Versteckspiel der vergangenen Monate. „Jetzt weiß jeder Bescheid, er kann sich viel freier bewegen“, sagt seine Tochter. „Es geht mir sehr gut“, meint Assauer.
Damit die Erinnerungen nicht zu schnell verblassen, helfen alte Weggefährten. Jens Lehmann hat mit Assauer in der Klinik in Essen über alte Zeiten geredet. „Es hat viel Spaß gemacht“, sagt Assauer.
Als Fans ihm via Kamera alles Gute wünschen, lächelt er und zieht an seiner Zigarre. „Die schadet nicht“, sagt Demenz-Spezialist Prof. Hans Georg Nehen. Assauer lacht – ein bisschen wie früher.
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