Souveräne Dortmunder lösen Pokalaufgabe
Fußball BVB nach 4:0 in Kiel im Halbfinale – Klopp verärgert über Spielansetzung
Überzahlspiel: Die Dortmunder Marcel Schmelzer und Neven Subotic blocken den Kieler Fiete Sykora ab. BILD: DPA 
Kiel - Borussia Dortmund hat das Kieler Pokal-Märchen beendet und ist dem ersten Double der Vereinsgeschichte einen weiteren Schritt nähergekommen. Der deutsche Meister erreichte am Dienstagabend durch das 4:0 (2:0) beim Viertligisten Holstein Kiel erstmals seit 2008 wieder das Halbfinale im DFB-Pokal.
Bei äußerst fragwürdigen Platzverhältnissen und minus fünf Grad trafen der Pole Robert Lewandowski (11.) mit seinem vierten Pokal-Tor, Shinji Kagawa (18.), Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) für den überlegenen Tabellenführer der Bundesliga.
Trotz des klaren Sieges konnte sich Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp eine deutliche Kritik an den Platzverhältnissen und der Durchführung der Partie nicht verkneifen. „Darauf konnte man eigentlich nicht spielen. Das ist einfach auch gefährlich“, appellierte ein verärgerter Klopp mit Nachdruck darauf, Spiele unter solch widrigen Bedingungen nicht stattfinden zu lassen. Unterstützung bekam er von BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Teilweise sind es irreguläre Bedingungen. Besonders auf den Außenbahnen ist kein vernünftiger Fußball möglich. Die Verletzungsgefahr ist sehr groß“, beklagte sich Zorc und forderte entsprechende Regeländerungen, damit ein DFB-Pokal-Viertelfinale in einem vernünftigen Rahmen stattfinden könne.
Nach den überraschenden Zu-Null-Siegen gegen den Bundesligisten Mainz (2:0) und davor gegen die Zweitligisten Cottbus (3:0) und Duisburg (2:0) fehlte dem kämpferisch überzeugenden Pokalschreck aus Kiel vor 11 522 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion diesmal ganz einfach die Klasse. „Es war ganz wichtig, dass wir den Kampf angenommen haben“, meinte Dortmunds Verteidiger Mats Hummels.
Kiels Trainer Thorsten Gutzeit hatte vergeblich gehofft, dass der knochenharte Boden die Spiellust der kombinationssicheren Dortmunder negativ beeinflussen würde. Erst drei Stunden vor dem Anpfiff war ein 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt über dem neu verlegten Rasen entfernt worden, das ein Anfrieren des Bodens hätte verhindern sollen – vergeblich. Ohne Rasenheizung glich der Untergrund an vielen Stellen einer Betonpiste.
Die erste Chance des Spiels hatte der Außenseiter: Gleich in der achten Minute vergab Marc Heider einen Hochkaräter, als er aus acht Metern an BVB-Schlussmann Mitchell Langerak scheiterte. Souverän und hochkonzentriert spulte das Dortmunder Starensemble sein Pensum danach ab und brachte die Gastgeber immer wieder in Verlegenheit.
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