Bewegender Film bietet Einblick in Assauers Alltag
Tv-Dokumentation Mutiger Auftritt des an Alzheimer erkrankten Ex-Managers – Keine Suizidgedanken
Oldenburg - Die Fußball-Fans kennen Rudi Assauer als kompromisslosen Bundesliga-Manager. Doch seit dem Bekanntwerden seiner Alzheimer-Erkrankung bietet sich nun ein ganz anderes Bild von dem 67-Jährigen. Ein Jahr lang hatte die Journalistin Stephanie Schmidt Assauer mit einem Fernsehteam für die ZDF-Doku-Reihe „37 Grad“ begleitet. Schonungslos zeigt der bewegende Film „Ich will nicht vergessen“, den am Dienstag im Schnitt 2,5 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 15,8 Prozent) sahen, wie der neue Alltag des einst mächtigen Machers von Schalke 04, Werder Bremen und des VfB Oldenburg aussieht. Der Beitrag wird an diesem Donnerstag (8.15 und 23.15 Uhr/ZDFinfo) wiederholt.
Assauers Schlagfertigkeit und sein Schalk flackerten nur selten auf. Die Dreharbeiten verliefen oft schwierig. Assauer habe gut mitgearbeitet, habe aber auch schlechte Tage gehabt, berichtete Schmidt.
Im Film wird deutlich, dass Assauer, der jetzt bei seiner Tochter Bettina in Herten lebt, selbst Schutz braucht. Bewegend die Szene in der Essener Memory-Klinik, die ein Beleg für Assauers Krankheitsbild ist: Beim Arzt kann er nicht sagen, welches Jahr oder welcher Wochentag ist. Assauer antwortet nur mit Gemurmel. Ebenso wenig kann er in einen vorgezeichneten Kreis ein Uhrenzifferblatt eintragen.
„Ich habe eine Wut im Bauch, dass ich nicht mehr mithalten kann. Dann denke ich schon: Was willst du eigentlich noch“, meinte er. Suizid sei jedoch nie ein Thema gewesen: „Die paar Jahre, die wir noch haben, die wollen wir auch noch haben.“
Assauer äußerte sich offen und ehrlich. So komme es immer wieder vor, dass er alte Bekannte nicht wiedererkenne und Erlebnisse vergesse: „Da ist was drinnen, was nicht raus kommt. Da passieren Dinge, dass ich mich an den Kopf fasse und sage: Assauer, so doof kannst du doch nicht sein, dass du solche Fehler machst“.
Aufgrund der vorhergehenden Erkrankungen in seiner Familie war Alzheimer stets Assauers größter Albtraum. Das berichtete sein langjähriger Freund, die Reporter-Legende Werner Hansch: „Es ist bitter für Rudi, zu wissen, dass er keine Chance hat“. Assauer selbst habe in jungen Jahren nie damit gerechnet, dass er einmal eine solche Krankheit bekäme. „Und jetzt ist es da“, sagte er in der Doku.
Kurz und bündig urteilte Assauer über die im Dezember 2011 vollzogene Trennung von seiner Frau Britta: „Britta war nicht mehr die, die sie war, als sie gekommen ist. Es hat mit Britta nicht mehr funktioniert, wir waren unterschiedlicher Meinungen“.
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