9. Februar 2012


Schaulaufen im Fernsehen

Das Nachspiel gibt zu denken. Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp sprach nach dem 90-minütigen Schaulaufen in Kiel aus, was keiner so wirklich hören wollte: Ohne das Fernsehen wäre das Pokalspiel nicht angepfiffen worden. Der Verdacht liegt nahe, dass Klopp mit seiner Behauptung gar nicht einmal so falsch lag.

Alle, wirklich alle, die Stadt Kiel, die beteiligten Vereine, die übertragenden TV-Anstalten, der Verband und in letzter Instanz auch der Schiedsrichter hätten auf die Absage dieser Partie einwirken können. Statt Ausreden zu bemühen, auf Statuten zu verweisen oder die Schuld beim anderen zu suchen, fehlte es allen Beteiligten an der schlichten Einsicht, die da heißt: Auf einer Rutschbahn kann man nicht Fußball spielen. Da rollt kein Ball, gleichwohl wird die Gesundheit aufs Spiel gesetzt.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass die Hemmschwelle für die Absage eines sogenannten Fernsehspiels ungleich höher liegt als die für einen Amateur-Kick.

Übrigens: Am Sonntag muss Kiel in der Regionalliga Nord beim SV Meppen antreten. Die Partie droht auszufallen – wegen Unbespielbarkeit des Platzes.

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