Englands Nationaltrainer Capello gibt auf
Fußball 65-jähriger Italiener zieht Konsequenzen aus Streit um Kapitän Terry
London - Paukenschlag im englischen Fußball: Nach dem Streit mit dem Verband ist Nationaltrainer Fabio Capello vier Monate vor Beginn der Fußball-EM zurückgetreten. Das bestätigte der englische Verband FA am Mittwochabend nach einem Treffen zwischen Capello, Verbandspräsident David Bernstein und FA-Generalsekretär Alex Horne in London.
„Wir haben Fabios Rücktritt angenommen, weil wir mit ihm übereingestimmt haben, dass das die richtige Entscheidung ist“, sagte Bernstein. Wer das Mutterland des Fußballs nun zur EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) führen wird, ist noch offen. Dass Capello nach der EM aufhören würde, war bereits im Vorfeld klar gewesen. Als Favorit auf seine Nachfolge galt bisher der noch bei Tottenham Hotspur unter Vertrag stehende Harry Redknapp.
Der Verband kündigte für diesen Donnerstag eine Pressekonferenz an. England spielt in der EM-Vorrunde gegen Co-Gastgeber Ukraine, Frankreich und Schweden.
Capello, der die Engländer seit 2007 betreute, hatte sich am Montag im Rassismus-Skandal um John Terry auf die Seite seines Kapitäns gestellt. Das 14-köpfige Exekutiv-Komitee hatte Terry wegen seiner angeblichen Beleidigungen gegen den Spieler Anton Ferdinand ohne Rücksprache mit Capello die Kapitänsbinde entzogen. Der 65-jährige Italiener hatte daraufhin erklärt, er sei damit „absolut nicht einverstanden“. „Sie haben mich beleidigt und meine Autorität beschädigt“, wurde er am Mittwochabend in italienischen Medien zitiert.
Capello befand, dass man Terry nicht bestrafen könne, bevor ihn ein Zivilgericht nicht für schuldig erklärt hat. Die Verhandlung, die die Staatsanwaltschaft eingeleitet hat, soll aber erst am 9. Juli und damit nach Ende der EM stattfinden. Capello wollte Chelseas Routinier als Kapitän mitnehmen. Bei der EM würde er aller Voraussicht nach mit Rio Ferdinand die Innenverteidigung bilden. Dieser ist der Bruder von Terrys vermeintlichem Rassismus-Opfer. „Die Sache ist nicht leicht für mich“, sagte Rio Ferdinand bereits.
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