Bundesliga-Spielsystem alarmiert Trainer
Handball Oldenburger Krowicki kein Freund der aktuellen Playoff-Regelung
Oldenburg - Im Bundesliga-Spitzenspiel des VfL Oldenburg gegen den Thüringer HC am Sonntag (16.30 Uhr, EWE-Arena) sind sie Gegner, als Kritiker an der Struktur und dem Modus der höchsten deutschen Spielklasse im Frauenhandball stehen sie Seite an Seite. „Das Spielsystem in der Bundesliga ist unverständlich und sportlich absolut unfair“, monieren die Trainerkollegen Leszek Krowicki (Oldenburg) und Herbert Müller (Thüringen).
Krowicki und Müller stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. Speziell in den Spitzenclubs formiert sich eine Opposition gegen den aktuellen Modus mit einer Normalrunde und anschließender Playoff-Runde. So hat Trainer Dirk Leun vom Buxtehuder SV bereits einen Gegenvorschlag zu Papier gebracht, und auch Renate Wolf, Trainerin von Bayer Leverkusen, wünscht sich eine Reform.
Zu wenig Heimspiele
Derzeit bilden zwölf Clubs die Frauen-Bundesliga. Nach der Normalrunde (Hin- und Rückspiele) spielen die Teams auf den Plätzen 1 bis 8 in einer K.o.-Runde (Hin- und Rückspiele; Playoff genannt) den deutschen Meister aus. Für die beiden Letztplatzierten (Absteiger) sowie für die Mannschaften auf den Tabellenrängen 9 und 10 ist die Saison nach Abschluss der Normalrunde sofort beendet.
Das führt dazu, dass diese Teams fünf Monate lang von Mitte April bis Mitte September kein Pflichtspiel in eigener Halle absolvieren. Dünnt der Spielplan durch den Rückzug eines Vereins wie in dieser Saison Sindelfingen weiter aus, so können sich die Mannschaften in der Normalrunde gerade zehnmal vor den heimischen Fans präsentieren.
„Das ist natürlich insgesamt viel zu wenig. Für alle: die Fans, die Sponsoren und die Sportler“, sagt Krowicki, der sich um die Präsenz des Frauenhandballs in Deutschland sorgt. Aber nicht nur die lange Pause und die wenigen Heimspiele wurmen den Oldenburger. „Der Playoff-Modus, der ja gar keiner ist, geht so gar nicht“, betont Krowicki und kann sich zukünftig statt der einfachen K.o.-Runde auch ein drittes und entscheidendes Spiel vorstellen.
Aufstockung der Liga
Mathematikdozent Müller würde sich am liebsten ganz von diesem Modus verabschieden. „Ich bin für eine Aufstockung der Liga auf 16 Mannschaften, 14 würden auch reichen. Dann spielen wir einen normalen Modus wie bei den Männern und am Ende wäre der Erste deutscher Meister“, sagt der THC-Trainer. Eine Änderung können nur die Clubs und der Ligaverband HBF herbeiführen. Der Spielplan für die Saison 2012/2013 steht bereits fest – gleichwohl können sich die Trainer eine Reform schon zur neuen Serie vorstellen.
@ http://www.NWZonline.de/vflhandball
- Als die Europäische Fußball-Union Uefa 2007 die EM 2012 an Polen und die Ukraine vergab, war der Hintergedanke, die riesige Veranstaltung würde vor allem in der Ex-Sowjetrepublik einen Modernisierungsschub auslösen – doch diese Hoffnungen haben sich nach Meinung vieler Ukrainer nicht erfüllt.mehr
- Die EWE Baskets haben einen weiteren Spieler für die neue Saison unter Vertrag genommen. Am Dienstag gab der Basketball-Bundesligist bekannt, dass Dominik Bahiense de Mello ein weiteres Jahr in Oldenburg spielen wird.mehr
- Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat auf den Abschied seines langjährigen Stammtorhüters Tim Wiese reagiert und Raphael Wolf als Ersatz verpflichtet. Der 23-jährige Deutsche spielte zuletzt in Österreich beim Bundesliga-Absteiger SV Kapfenberg und erhält nach Werder-Angaben einen Dreijahresvertrag bis 2015.mehr
- Der deutsche Basketball-Meister Baskets Bamberg stürmt dem Titel-Hattrick scheinbar unaufhaltsam entgegen. Die phasenweise haushoch überlegenen Franken gewannen auch das zweite Halbfinale bei den Artland Dragons Quakenbrück und sicherten sich durch das 81:71 (48:34) den ersten Matchball in der Serie, in der drei Siege zum Weiterkommen nötig sind.mehr
- Drei Tage nach dem „Drama dahoam“ war Bayern München zwar im Kopf noch „total leer“, aber zumindest verletzte sich im überflüssigsten Spiel des Jahres nicht noch einer der Fußball-Nationalspieler.mehr


