Spielmacher erlebt schwierige Zeit
Fußball Verletzter Bayern-Regisseur Schweinsteiger ärgert sich über Zuschauerrolle
Warm einpacken muss sich der Dauerverletzte Bastian Schweinsteiger für seinen Geschmack allzu häufig auch während der Spiele. BILD: dpa 
von Christian Kunz
Basel - Bastian Schweinsteiger muss wieder für ein Comeback schuften. Zum zweiten Mal in dieser EM-Saison, die mit Schlüsselbeinbruch, Kniereizung und Außenbandriss im Sprunggelenk unter keinem guten Stern steht, fällt der Vize-Kapitän des Fußball-Bundesligisten Bayern München über einen längeren Zeitraum aus.
„So ein Verein wie der FC Bayern muss das hinbekommen über ein paar Wochen“, kommentierte Kapitän Philipp Lahm den Ausfall. „Aber dass man ihn nicht eins zu eins ersetzen kann, hat man auch schon in der Hinrunde gesehen.“ Als Schweinsteiger damals ausfiel, stotterte der bis dahin rund laufende Bayern-Motor. Neun Pflichtspiele verpasste er, in der Rückserie waren es bislang drei.
„Er ist der Taktgeber. Er lenkt unser Spiel und ist sehr schwer zu ersetzen“, sagte Trainer Jupp Heynckes: „Die Mannschaft braucht einen Spieler, der das Tempo rausnehmen oder verschärfen kann, das Spiel verlagert.“ Genau so einer ist Schweinsteiger, den sein Coach als „Weltklasse-Spieler“ in einer Liga mit den Barcelona-Stars Xavi und Andrés Iniesta einstuft.
Schweinsteiger selbst sieht sich „einen Tick“ anders, „vor allem körperlich. Allein durch meine Statur gewinne ich auch mal das eine oder andere Kopfballduell. Zudem löse ich verschiedene Spielsituationen etwas anders“, erklärte der Regisseur, der für seinen Geschmack viel zu oft auf der Tribüne litt. „Man sieht das Spiel laufen, und man sieht Dinge einfacher, als wenn man unten auf dem Platz steht. Aber unten auf dem Platz kannst du eingreifen und oben halt nicht“, schilderte der 27-Jährige.
Geschätzt wird Schweinsteiger aber nicht nur wegen seiner Leistungen, sondern auch abseits des Rasens. „Er genießt bei uns großen Respekt und hat eine Meinung. Mit ihm kann man auch über den Transfermarkt sprechen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge über den seiner Meinung nach künftigen Rekord-Nationalspieler. „Ohne große Verletzungen wird er den Rekord, den Lothar Matthäus mit 150 Länderspielen hält, brechen.“ 90 Einsätze hat der Bayer derzeit auf dem Konto.
Die Münchner brauchen den Mittelfeldboss für ihre großen Ziele, aber auch Joachim Löw wünscht sich einen Bastian Schweinsteiger in der Form der WM 2010. Die Voraussetzungen sind gut, bald dürfte der „emotionale Leader“, wie der Bundestrainer ihn einmal nannte, wieder fit sein. Der Gips ist jedenfalls seit ein paar Tagen ab.
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