Gut gebettet in Klinik und Luxusyacht
Sandomir Wardenburger Bettenspezialist 50 Jahre alt – Eigene Fertigung
Freuen sich über das 50-jährige Bestehen: die Mitarbeiter von SandomirGut im Geschäft mit Bettwaren: die Geschäftsführer Silke Sandomir-Dittrich und Thomas Dittrich BILD: BILD: DittrichJörg Schürmeyer 
von Jörg Schürmeyer
Wardenburg - Auf den ersten Blick haben die Betten in Krankenhäusern und auf Luxusjachten nicht viel gemein: Hier Matratzen, Bezüge und Kopfkissen, die vor allem robust und leicht zu reinigen sein müssen, dort Betten in Sondergrößen mit speziellen Daunen und anderen hochwertigen Materialien. Und doch, eine Gemeinsamkeit könnten beide haben: Der Ursprung könnte in Wardenburg an der Oldenburger Stadtgrenze liegen, bei der Firma Sandomir, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert.
„Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Objektbereich“ sagt Thomas Dittrich, der gemeinsam mit Silke Sandomir-Dittrich die Geschäfte führt. Zwar beliefert der Bettenspezialist aus dem Oldenburger Land auch den Fachhandel und Möbelhäuser, der Fokus liegt aber auf Hotels und Jugendherbergen, auf Krankenhäusern und Reha-Zentren, auf Seenotrettungskreuzern und Luxusjachten. „Wir besetzen Nischen wie Sondergrößen und Spezialanfertigungen“, sagt Dittrich. Das Besondere: Sandomir handelt und vertreibt nicht nur Bettwaren, sondern produziert Matratzenbezüge, Steppbetten oder Kopfkissen auch noch selbst.
„Unser Herzstück“ nennt Dittrich die eigene Stoffverarbeitung. An Näh- und Kettelmaschinen sitzen Mitarbeiterinnen und fertigen Sitzkissen, Matratzenbezüge oder Stuhlhussen. Vieles sind individuelle Anfertigungen, etwa aus schwer entflammbaren Materialien für Bohrinseln und Schiffe, oder aus besonders reißfesten für psychiatrische Einrichtungen. Direkt nebenan in der eigenen Polsterei bearbeitet Sandomir antike Sitzmöbel genauso wie Stühle für die Gastronomie oder Bezüge für Caravans. „Wir haben eine große Stammkundschaft“, sagt Silke Sandomir-Dittrich.
Die Basis dafür hatte 1962 ihr Vater Hinrich Sandomir gelegt. Er gründete vor 50 Jahren das Unternehmen zunächst als reine Handelsvertretung in Oldenburg. 1976 bezog Sandomir den Hallen- und Büroneubau in Wardenburg an der Oldenburger Stadtgrenze und startete auch die eigene Fertigung. 1996 übernahmen Tochter Silke Sandomir-Dittrich (47) und Thomas Dittrich (51) die Geschäftsführung.
Heute steht das Unternehmen mit seinen rund 20 Mitarbeitern, viele davon langjährig für das Unternehmen tätig, auf drei Säulen. Neben der eigenen Produktion arbeitet Sandomir als Großhändler mit vielen Herstellern im Bereich Bettwaren und Heimtextilien zusammen. Zudem haben die Oldenburger schon vor fast vier Jahrzehnten die Handelsvertretung der Firma Frankenstolz, einem der größten Hersteller von Bettwaren in Europa, für den norddeutschen Raum übernommen.
„Es gibt ein wachsendes Qualitätsbewusstsein bei vielen Kunden und eine zunehmende Individualität der Produkte“, sagt Sandomir-Dittrich und verweist auf Matratzen für unterschiedliche Körpergrößen und -gewichte oder auch für Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfer.
Das kommt auch Sandomir zugute. Die Geschäfte laufen nach Angaben der Unternehmensleitung gut. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft und sehen noch Wachstumspotenzial“, sagt Dittrich. Nur eines macht Sandomir Sorgen. „Es wird immer schwieriger, handwerklich gute Leute zu finden“, sagt er.
Ruhig schlafen können Silke Sandomir-Dittrich und Thomas Dittrich mit Blick auf die Zukunft dennoch – natürlich auf einer Matratze aus eigener Fertigung.
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