BERLIN, 6. Januar 2012


„Heiße Tipps“ immer kritisch hinterfragen

Finanzen Deutsche durch Eurokrise verunsichert – Experten warnen vor kurzfristige Vertragsauflösungen


Beim Thema Geld sollten Kunden ihrem Finanz-Berater nicht stets uneingeschränkt vertrauen. Wichtig ist, sich nicht „bequatschen“ zu lassen.

von Oliver Mest

Berlin - Unpassende Versicherungen, schlechte Verträge oder unrentable Geldanlagen können ein kleines Vermögen kosten. Deshalb lohnt es sich, beim Thema Finanzen Fehler zu vermeiden. Hier ein paar typische Fehler, die die Nachrichtenagentur ddp zusammengestellt hat.

Fehler 1: Steuerbescheid nicht überprüfen

Papier ist geduldig. Das gilt bei der Steuer auch dann, wenn die Erklärung elektronisch abgegeben wird. Denn oft erkennt das Finanzamt Kosten nicht an oder macht schlicht einen Fehler. Es soll auch vorkommen, dass Sachbearbeiter das Steuerrecht falsch anwenden. Steuerzahler sollten ihren Bescheid daher nicht einfach abheften, sondern ihn kontrollieren oder einem Steuerberater vorlegen.

Fehler 2: Auf Geheimtipps hören

Erfolg an der Börse ist meist das Ergebnis harter Arbeit und einer ausgeprägten Anlagedisziplin. Heiße Tipps spielen dabei kaum eine Rolle. Kurzfristiger Aktionismus durch Spekulieren birgt zudem ein hohes Risiko und gefährdet damit den langfristigen Erfolg. Anlageentscheidungen sollten deshalb immer aufgrund fundierter Informationen getroffen werden. Geheimtipps haben da nichts verloren.

Fehler 3: Falsch parken

Wer Geld übrig hat, sollte es möglichst gut und sicher anlegen. Sparer verschenken etwa bares Geld, wenn sie ihr Vermögen auf einem nicht verzinsten Konto, etwa einem Girokonto, liegen lassen. Hier werden jedes Jahr Gebühren fällig, zurück bekommt der Anleger aber nichts. Wer also 10 000 Euro zum Nullzins auf dem Konto parkt, der verschenkt jeden Monat mehr als 20 Euro, weil er die Kontogebühren zahlt und auf den Betrag verzichten, den man unter Umständen als Zins kassieren könnte.

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Fehler 4: Altersvorsorge-Verträge kündigen

Die Deutschen trauen in der Eurokrise ihren Geldanlagen nicht mehr. In der Folge werden derzeit reihenweise Riester- und andere Vorsorge-Verträge gekündigt. Das ist aber meist nicht die richtige Reaktion. Es ist ratsamer, bestehende Verträge erst einmal nicht anzurühren – so werden auch keine unnötigen Kosten produziert. Diese würden die Rendite auffressen. Man kann Verträge „beitragsfrei stellen“.

Fehler 5: Sich etwas aufquatschen lassen

Sogenannte „Berater“ leben davon, dem Kunden etwas zu verkaufen. Und zwar nicht immer das, was am besten zu ihm passt, sondern zuweilen etwas, was vielleicht zu ihm passt, vor allem aber dem Berater und seiner Firma Geld bringt. So kommen Berater schon einmal auf die Idee, dem Kunden etwas anzudrehen, was der vielleicht gar nicht benötigt. Grundsätzlich sollten die Empfehlungen immer kritisch beurteilt werden.






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