HAMBURG, 3. August 2010


Steuerzahler warten auf Rückerstattung

Recht Probleme mit Verlustverrechnung


von Rüdiger Zu Klampen

Hamburg - Zahlreiche Steuerzahler müssen in diesem Jahr ungewöhnlich lange auf ihre Steuerbescheinigung und eventuelle Steuerrückzahlungen warten. Grund sind rechtliche Probleme bei der sogenannten Verlustverrechnung mit Kapitalerträgen in der Anlage KAP für 2009. Das bestätigte ein Sprecher der Oberfinanzdirektion (Hannover/Oldenburg) auf Anfrage dieser Zeitung. Es werde davon ausgegangen, dass die bundesweiten Probleme in den Finanzämtern „in nächster Zeit gelöst werden“, sagte er. Dann werde dies entsprechend in die Software eingearbeitet.

Der Sprecher betonte, bei „normalen Fällen“ von Kapitalerträgen, also ohne Verlustverrechnung, laufe alles normal. So gesehen gehe es eher um „wenige Fälle“.

Ein Sprecher des Deutschen Steuerberaterverbandes hatte gegenüber der „Financial Times Deutschland“ dagegen von Hunderttausenden Betroffenen gesprochen.

Seit 2009 werden Kapitalerträge automatisch mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt. Damit ist für die meisten Steuerzahler der Fall erledigt. Doch einige können Verluste aus anderen Depots gegen Gewinne aufrechnen – und erhalten dann über die Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) zu viel gezahlte Steuern vom Staat zurück.

Einige deutsche Banken hatten Probleme mit der Lieferung entsprechender Jahresbescheinigungen. Auch sie hatten zu späte Vorgaben des Bundesfinanzministeriums bemängelt.

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