Zinsen für Bundesanleihen auf Rekordtief
Kapitalanlage Durchschnittliche Rendite unter zwei Prozent gesunken
von Rüdiger Zu Klampen
Frankfurt - Deutsche Sparer bekommen immer weniger Rendite für ihr Geld – so wenig wie noch nie zuvor. Das ist am deutlichsten bei den beliebten Bundesanleihen abzulesen. Die durchschnittliche Rendite dieser börsennotierten Papiere sank am Freitag auf 1,97 (zuvor: 2,02) Prozent.
Mit zwei Prozent fiel eine „magische Marke“. Nach Abzug der Teuerung von mehr als einem Prozent und der Abgeltungsteuer (25 Prozent), der Kauf- und Verkaufskosten sowie der Depotgebühren bleibt Anlegern unterm Strich kaum etwas übrig.
Hintergrund: Aus der ganzen Welt strömt Geld nach Deutschland, das angesichts der unsicheren Finanzmarktlage als „sicherer Hafen“ gilt. Als besonders sicher gelten Bundes-Papiere. Wenn aber börsennotierte Papiere wie die Bundesanleihen stark gefragt sind, dann steigt ihr Kurs, zu dem man einsteigen kann (z.B. auf 114 Prozent), und entsprechend fällt die Rendite. Denn zurückgezahlt wird der Anlagebetrag am Ende immer nur zu 100 Prozent.
Tendenziell sinken die Renditen bereits seit vielen Jahren. Nach und nach laufen in den Depots der deutschen Sparer die letzten echten „Hochprozenter“ aus – Anleihen, für die der Bund einst fünf, sechs oder gar sieben Prozent geboten hatte. Heute kann er sich viel günstiger refinanzieren.
Alle, die mit festen Zinseinkünften kalkulieren, müssen neu rechnen – auch etwa die Lebensversicherer, die unter dem Druck stehen, für ihre Kapitallebensversicherungs-Kunden garantierte Zinssätze zu erwirtschaften.
Das Gute an der Entwicklung: Auch Kredite sind teilweise extrem günstig.


