Messe zeigt neue Perspektiven von Zeitarbeit auf
Berufswelt 23 Aussteller präsentieren Unternehmen in Weser-Ems-Halle – Rund 1200 Besucher
Im Gespräch: Die Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma „Apollo Fachpersonal“ informieren interessierte Besucher auf der Zeitarbeitsmesse über ihre Angebote. BILD: Julia Lißewski 
Oldenburg - Dem Thema Zeitarbeit wird in der öffentlichen Diskussion oft noch ein negativer Charakter zugesprochen. Das weiß auch Harald Hayen, Geschäftsführer vom Veranstaltungsservice „Full Event“: „Zeitarbeit wird immer noch mit Ausbeutung gleichgesetzt“. Einen anderen Blick auf das Thema sollte die Zeitarbeitsmesse geben, die am Mittwoch zum 11. Mal von der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter in Oldenburg veranstaltet wurde und zum 4. Mal in der Weser-Ems-Halle stattfand. „Zeitarbeit sollte eher als eine Möglichkeit für den Einstieg ins Berufsleben oder als Sprungbrett angesehen werden“, sagt Hayen, Projektleiter der Messe.
23 Aussteller verschiedener Branchen präsentierten rund 1200 Besuchern ihre Zeitarbeitsfirmen und informierten über ihr Angebot. Dazu gehörte auch die Firma „Apollo Fachpersonal“ aus dem Bereich Elektro, Heizung und Sanitär. „Wir sind bis jetzt bei jeder Messe dabei gewesen. Auffällig ist, dass die Menschen selten das Gespräch mit uns suchen. Die meisten nehmen sich nur einen Flyer und gehen wieder“, erzählt der Geschäftsführer Claas Helmers.
Die Zeitarbeitsmesse wurde in den vergangenen Jahren verstärkt auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. „Es kommen viele, die ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben und nun ein Arbeitsverhältnis suchen“, sagt Danny Nagorsen von der Bundesagentur für Arbeit.
Ursprünglich war die Messe für Menschen gedacht, die nach einem längeren Arbeitsverhältnis arbeitslos geworden sind. Dazu gehört zum Beispiel auch die 58-jährige Brigitte Tetzlaff aus Zetel: „Nach fast 37 Jahren wurde ich aus wirtschaftlichen Gründen wegrationalisiert. Seitdem bin ich arbeitssuchend.“ Zur Zeitarbeitsmesse ist sie auf Empfehlung ihrer Arbeitsagentur gekommen. Viele Hoffnungen hatte sie aber nicht. „Ich glaube nicht, dass ich hier etwas für mich finde.“


