Airbus dementiert Verzögerung bei A 350
LUFTFAHRT Ablieferung von Langstreckenflieger bis zu zwei Jahre später? – Annäherung in Sachen A 400M
Paris/Bremen/Varel/Nordenham - Airbus muss nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ auch beim neuen Langstreckenflugzeug A 350 mit Verzögerungen und Mehrkosten rechnen. Es zeichne sich ab, dass die erste Maschine ein halbes Jahr bis zwei Jahre später als geplant abgeliefert werde, schreibt das Blatt (Montag) unter Berufung auf Branchenkreise.
Airbus dementierte dies. „Wir liegen weiter im Fahrplan mit dem geplanten Erstflug 2012“, erklärte Airbus-Geschäftsführer Fabrice Bregier. „Und die erste A 350 wird Mitte 2013 ausgeliefert.“
Dem Zeitungsbericht zufolge hat Airbus einige Zeitpuffer aufgebraucht, mit denen Verzögerungen wie beim Großflugzeug A 380 vermieden werden sollen. Viele Zulieferer warteten seit Monaten auf detaillierte Vorgaben von Airbus, um ihre Bauteile zu entwickeln.
Bregier erklärte, Airbus habe für alle Entwicklungsschritte „Technik und Zeitmargen“ eingebaut. Einige dieser Puffer seien beim Übergang vom Entwurf zur Fertigung 2009 genutzt worden. „Doch wir sind auf Linie unserer Zusage, die erste A 350 XWB Mitte 2013 auszuliefern.“ Die ersten Teile des Flügelmittelkastens würden in Nantes gebaut. Die Vormontage solle 2011 beginnen.
Derweil rückt im monatelangen Streit um die Finanzierung des Militärtransporters A 400M eine Lösung näher. Die sieben Käuferstaaten, darunter Deutschland, haben dem Hersteller EADS/Airbus ein neues Angebot vorgelegt. „Damit bestätigen die Vertragsnationen ihre verbindliche Absicht, das Projekt A 400M fortzuführen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag. Jetzt hänge eine Lösung davon ab, wie EADS auf den Vorschlag reagiere. Teile des Transporters werden im Airbus-Werk Bremen sowie bei Premium Aerotec in Varel und Nordenham gefertigt.
Nach Medien-Informationen sind die Länder bereit, bei der Aufteilung der Milliarden-Mehrkosten noch tiefer in die Tasche zu greifen. Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS forderte zuletzt, dass die Länder sich mit 6,4 Milliarden Euro an den bis zu 11 Milliarden Euro geschätzten Mehrkosten beteiligen.
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