BONN, 24. März 2010


Kritik an Preispolitik der Energiebranche

Aufsicht Netzagentur rät Verbrauchern zum Wechsel – Daten-Explosion im mobilen Internet erwartet


Die Behörde legte ihren Jahresbericht vor. Sie ist unzufrieden mit der Weitergabe niedrigerer Netz-Gebühren.

dpa

Bonn - Die Bundesnetzagentur hat die Preispolitik der Stromanbieter in Deutschland kritisiert. „Wir haben Zweifel, ob die gestiegenen Beschaffungspreise der Grund für höhere Preise sein können“, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am Dienstag bei der Vorlage des Jahresberichtes in Bonn. Denn die Netzentgelte gehen tendenziell zurück und die staatlichen Abgaben sind gleichgeblieben.

Viele Unternehmen begründen die Aufschläge u.  a. mit den gestiegenen Beschaffungskosten, obwohl die Preise an der Strombörse stark gefallen sind. Kurth riet den Verbrauchern, gegebenenfalls den Versorger zu wechseln. Nach wie vor könnten so mehr als 100 Euro im Jahr gespart werden. Nach Berechnungen des Internetportals Toptarif.de haben 2010 mehr als ein Drittel aller 900 Versorger ihre Preise um durchschnittlich sechs Prozent angehoben oder entsprechende Schritte für die kommenden Wochen angekündigt.

Der Schwerpunkt des Jahresberichts lag in der Telekommunikations-Branche. Die Bundesnetzagentur rechnet in den kommenden Jahren mit einer Datenexplosion im mobilen Internet. Deutschland müsse jetzt schnell handeln und mit der bevorstehenden Versteigerung von neuen Funkfrequenzen die Grundlagen für diese Entwicklung schaffen, sagte Kurth. „Netze sind der Hauptfaktor für Innovation“.

Am 12. April kommt bei der Zweigstelle der Bundesnetzagentur in Mainz ein Frequenzvolumen von 360 Megahertz unter den Hammer. Das sei ein Vielfaches der UMTS-Frequenzen, die vor zehn Jahren in einer spektakulären Auktion an sechs Unternehmen vergeben worden waren.

Kurth sieht Deutschland inzwischen beim schnellen Internet in einer führenden Rolle. 2009 seien insgesamt 25 Millionen Breitbandanschlüsse in Betrieb gewesen.

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Ende 2009 waren 26 Millionen UMTS-Handys in deutschen Mobilfunknetzen eingebucht, davon nutzten rund 19 Millionen Teilnehmer regelmäßig UMTS-Dienste.






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