Kohlendioxid zu Treibstoff umgewandelt
Energie Papenburger Firma arbeitet an ungewöhnlicher Lösung für CO -Problem – Araber interessiert
Stößt mit seiner Entwicklung auf großes Interesse in Arabien: EGM-Geschäftsführer Wolfgang Gesen BILD: egm/ddp 
von Torsten Hansen
Papenburg - Ein Papenburger Unternehmen will das als Umweltgift geltende Kohlendioxid nutzbringend „entsorgen“. Es seien die Probleme Energie, Ernährung und Umweltschutz, die die Welt bewegten, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von EGM-International, Wolfgang Gesen. Lösungsansätze gleich für alle drei bietet nach seiner Überzeugung das Verfahren der CO -Verwirbelung, für das die Firma jüngst in der Initiative des Bundespräsidenten „Deutschland – Land der Ideen“ geehrt wurde.
In einem wilden Wirbel rotiert Wasser durch ein transparentes Rohr. Es schießt in ein Auffangbecken, wird wieder hochgepumpt, um erneut hinabzustürzen. Während dieses Kreislaufs werde dem Wasser das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe entstehende CO in flüssiger Form zugeführt, erläutert Gesen. Derweil bildet sich während der Umläufe am Rand des Auffangbeckens ein zunächst geringer, dann aber stetig wachsender Ölfilm.
Derzeit noch birgt diese Substanz, die nach Gesens Auffassung die wichtigsten Probleme der Welt lösen könnte, etliche Unbekannte. „Wir haben hier Wissenschaftler von zahlreichen Hochschulen gehabt“, sagt Gesen. „Alle haben mit eigenen Augen gesehen, wie das mit CO angereicherte Wasser das Pflanzenwachstum bis zu einem Faktor sechs beschleunigte, wie Fahrzeuge mit dem angereicherten Wasser fuhren und wie das ungeliebte CO -Gas nutzbringend umgewandelt und ohne Rückstände verbraucht wurde.“
Gesehen und in Gutachten bestätigt haben es viele, genau erklären konnte es jedoch noch niemand. „Bei der EGM-Technologie, ob zur Anreicherung von Wasser mit Kohlenstoff oder zur Reinigung von Abgasen eingesetzt, handelt es sich um ein Verfahren mit vernachlässigbarem Energieaufwand“, urteilt Dirk Freese von der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus in einem Gutachten. Die aktuellen Ergebnisse wiesen eindeutig nach, „dass wir auf dem richtigen Weg sind, das allgemeine Problem CO nachhaltig und vor allem mit einer Wertschöpfung zu lösen“, befindet der Professor.
Ein Gutachten der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi bescheinigt dem bei der Verwirbelung entstehenden Öl alle Eigenschaften von normalem Dieseltreibstoff. „Wir haben hier in Papenburg mit ,unserem’ Treibstoff verschiedene Diesel-Fahrzeuge angetrieben“, sagt Gesen. „Die Leistung des Motors unterschied sich nicht im Geringsten von einem mit handelsüblichem Diesel betriebenen.“
Mehrfach führte Gesen seine Versuche zur Umwandlung von CO in nutzbringenden Treibstoff oder Dünger unter den ebenso kritischen wie ungläubigen Blicken wissenschaftlicher Gutachter durch, die dem Unternehmen teilweise sogar Scharlatanerie vorwarfen. Doch das Fazit habe stets gelautet: „Wir sehen, dass es auch unter kontrollierten Bedingungen reproduzierbar funktioniert, aber wir wissen nicht warum.“
Gesen ist von der Entwicklung überzeugt. Mit dieser Technologie sei die Strategie des Einsatzes „CO -freier Kohlekraftwerke“ für die Energiekonzerne umsetzbar.
Das Papenburger Unternehmen hofft auf eine möglichst schnelle praktische Anwendung. Partner hat die Firma mittlerweile zwar nicht hierzulande, aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden. Wissenschaftler der Universität von Abu Dhabi seien von der neuen Technologie so begeistert gewesen, dass sie sich beim Forschungsminister des Landes erfolgreich für die Unterstützung der deutschen Entwicklung eingesetzt hätten, sagt Gesen.
- Gerade kommt Karsten D. Wick von einer Bank in Oldenburg, gleich anschließend wird er ein Unternehmen in Brake aufsuchen. Vorher war er in Frankfurt, und in den nächsten Tagen wird er in Übersee sein – Wick ist dort unterwegs, wo namhafte Unternehmen Spitzenposten neu besetzen wollen.mehr
- Der Oldenburger Fotodienstleister Cewe Color will 2012 erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro Umsatz erzielen und baut ein neues Geschäftsfeld auf. Wie berichtet, gab das Unternehmen am Donnerstagabend die Übernahme von Saxoprint (Dresden) bekannt.mehr
- Ausgerechnet während das sibirische Kältehoch Cooper Deutschland in einen Eiskeller verwandelt, geraten die Gaslieferungen aus Russland ins Stocken. Sprecher der beiden größten deutschen Energieversorger Eon und RWE berichteten am Freitag, dass derzeit aus Russland rund 30 Prozent weniger Gas als üblich geliefert würden.mehr
- Der Tourismus in Deutschland ist aus Sicht der Bundesregierung ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Mit einem direkten Anteil von 4,4 Prozent an der Bruttowertschöpfung übertreffe die Branche Banken und Autohersteller, sagte der Tourismusbeauftragte der Regierung, Ernst Burgbacher (FDP), am Freitag in Berlin.mehr
- Der Sportwagenhersteller Porsche ist mit einem weiteren Absatzplus ins neue Jahr gestartet. „Im Januar lagen alle unsere Märkte leicht über dem sehr starken Vorjahr. Insofern ist das ein guter Start“, sagte Porsche-Vertriebsvorstand Bernhard Maier.mehr


