BERLIN, 22. April 2010


Brüderle sieht „kleines Jobwunder“

Konjunktur Bundesregierung bestätigt Wachstumsprognose von 1,4 Prozent – IWF verhaltener


Für 2011 geht der Minister von einem Plus von 1,6 Prozent aus. Der Arbeitsmarkt bleibe stabil.

von Ralf Beunink

Berlin - Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft nach der schwersten Rezession in der Nachkriegsgeschichte wieder auf Wachstumskurs. „Deutschlands Wirtschaft wächst wieder, wir erleben so etwas wie ein kleines Jobwunder“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch bei der Vorlage der Frühjahrsprognose der Regierung in Berlin. Begleitet werde die Entwicklung von einer stabilen Entwicklung am Arbeitsmarkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte indes seine Prognosen für Deutschland.

Brüderle bestätigte die bisherige Wachstumsprognose der Bundesregierung, wonach in diesem Jahr ein BIP-Anstieg gegenüber 2009 von 1,4 Prozent erwartet wird. Für 2011 sei mit einem Plus von 1,6 Prozent zu rechnen. Damit gibt sich die Regierung für dieses Jahr etwas zurückhaltender und für das nächste Jahr etwas optimistischer als führende Wirtschaftsforschungsinstitute. Diese stellen in ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten, das vergangene Woche vorgestellt wurde, für 2010 ein Wachstum von 1,5 Prozent in Aussicht, für 2011 eines von 1,4 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit sieht die Bundesregierung in diesem und im nächsten Jahr bei durchschnittlich 3,4 Millionen. Der Arbeitsmarkt sei „erstaunlich robust“. Man sei „glimpflich“ durch die Krise gekommen. Von den befürchteten fünf Millionen Arbeitslosen sei Deutschland „meilenweit entfernt“. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist international zum Vorbild geworden“. Diese Entwicklung sei vor allem auf betriebliche Bündnisse für Arbeit mit Lohnzurückhaltung und Arbeitszeitkonten sowie die Kurzarbeit zurückzuführen.

Der Minister verteidigte erneut ausdrücklich die Exportorientierung Deutschlands. „Niemand darf unsere Exportstärke an den Pranger stellen“, sagte Brüderle. Ganz Europa profitiere über die Zulieferungsketten von der Exportstärke Deutschlands.

Der IWF sagt indes für Deutschland nur noch ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent in diesem und von 1,7 Prozent im kommenden Jahr voraus. Damit nahm der Währungsfonds seine Prognosen vom Januar um 0,3 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte zurück. Als Begründung für die nur moderaten Wachstumsaussichten führte der IWF ein durch die geschwächte externe Nachfrage begrenztes Exportwachstum sowie schwache Investitionen aufgrund von Überkapazitäten und Kreditbeschränkungen an.

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