Schlachthof-Skandal: Anklage erhoben
Schwarzarbeit Unternehmer vor Gericht
Düsseldorf - Im Skandal um illegale Leih- und Schwarzarbeit in deutschen Schlachthöfen hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nach jahrelangen Ermittlungen Anklage erhoben. Sprecher der Anklagebehörde und des Landgerichts bestätigten am Freitag Informationen des „Westfalen-Blatts“.
Hauptbeschuldigter ist ein 47-jähriger Unternehmer aus Düsseldorf. Ihm werden Steuerhinterziehung und das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen vorgeworfen. Sieben enge Mitarbeiter sind ebenfalls angeklagt. Gegen 125 Verdächtige wird noch ermittelt – darunter der Bruder des ehemaligen rumänischen Arbeitsministers. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Fiskus um rund zwölf Millionen Euro geschädigt.
Im Mai 2006 waren Steuerfahnder nach einer Großrazzia auf ein Geflecht von 30 Firmen des Unternehmers gestoßen, der als Subunternehmer wiederum mehrere Subunternehmen und ein Heer von 1000 Arbeitern aus Osteuropa gesteuert haben soll.
Nach Erfahrungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg senken Schlachthöfe ihre Kosten mit illegalen osteuropäischen Arbeitern um rund 50 Prozent. Ermittler stießen auf Stundenlöhne von 1,50 Euro bei extrem harten Arbeitsbedingungen.
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