Beluga-Krise: 15.000 Fonds-Anleger fürchten um ihr Geld
Reederei Verhandlungen mit Gläubigern in Hamburg – Investor Oaktree fordert Zugeständnisse
Auch mit innovativen Projekten wie dem Zugdrachensystem „Sky-Sails“ hatte sich Beluga einen Namen gemacht. BILD: dpa 
Bremen - Während die Bremer Beluga-Reederei um ihr Überleben kämpft, fürchten auch Tausende Anleger von Schiffsfonds um ihr Geld. „Insgesamt wurde für Beluga durch 46 geschlossene Schiffsfonds bei etwa 15.000 Anlegern ein Volumen von etwa 314 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt“, teilte die auf Wirtschaft- und Anlagerecht spezialisierte Bremer Kanzlei KWAG jetzt mit.
Im Schnitt hätten Anleger rund 20.000 Euro investiert. „Im schlimmsten Fall droht Anlegern der Totalverlust ihrer Einlage“, so KWAG-Jurist Jan-Henning Ahrens.
Auch um diesen schlimmstmöglichen Fall zu verhindern, trafen sich am Mittwoch in Hamburg Vertreter des US-Finanzinvestors Oaktree, der die Geschäftsführung bei Beluga übernommen hat, und Gläubiger. Wie aus Branchenkreisen zu erfahren war, verhandelten die Eigner erneut über Zugeständnisse mit Anteilseignern von Schiffsfonds und Geldgebern von Beluga. „Alle Parteien werde Abstriche machen müssen“, hieß es in Schifffahrtskreisen. Details wurden zunächst nicht bekannt.
Bereits in der vergangenen Woche war es zu Gesprächen zwischen Oaktree sowie Emissionshäusern (u.a. HCI Capital aus Hamburg sowie Nordkontor und die Oltmann-Gruppe aus Leer) und Banken gekommen. Der Hedgefonds hatte dabei auch mit einer Insolvenz gedroht, wenn die Gegenseite nicht darauf verzichte, Charterraten zu verringern und Forderungen aus Krediten zu reduzieren bzw. über einen Zeitraum von drei Monaten vollständig darauf zu verzichten. Von einem „Ultimatum“ war in Branchenkreisen die Rede.
Oaktree hält 49,5 Prozent der Anteile an dem Weltmarktführer für Schwergut-Transporte und hatte mit einer Anzeige das Ermittlungsverfahren gegen den Firmengründer Niels Stolberg und weitere leitende Angestellte wegen schweren Betrugs ins Rollen gebracht. Die Männer stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Verdacht, seit 2009 Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und so Investoren getäuscht zu haben.
Stolberg hatte im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigt, dass er sich in der kommenden Woche der Staatsanwaltschaft für eine Vernehmung zur Verfügung stellen wird. „Ich stelle mich den Vorwürfen und laufe nicht weg“, sagte er.
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