VW übernimmt Steuer bei MAN
Lastwagen Wolfsburger jetzt mit Aktienmehrheit bei Münchner Konzern
dpa
München - Europas größter Autobauer Volkswagen hat sich die Kon-trolle beim Lastwagenbauer MAN gesichert und will auf dem aussichtsreichen Schwerlastermarkt künftig verstärkt mitspielen. Der Wolfsburger Autokonzern kann 55,9 Prozent der MAN-Stammaktien übernehmen, wie VW am Montag mitteilte.
MAN wird damit nach der Integration von Porsche die elfte Tochter im VW-Autoreich. „Volkswagen ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden“, erklärte Konzernchef Martin Winterkorn. MAN begrüßte die Übernahme.
Die VW-Spitze will einen eigenen Lastwagenkonzern aus MAN und der schwedischen VW-Tochter Scania unter VW-Führung bilden. Auf dem Weg dorthin sei mit der Mehrheit an MAN „ein wichtiger Meilenstein“ erreicht worden, teilte Volkswagen mit. Die Aktion kostet VW 3,4 Milliarden Euro.
Der Markt für Schwerlaster gilt angesichts der rasanten Wirtschaftsentwicklung als überaus attraktiv. Allein in Deutschland wurden nach einer Mitteilung des Verbandes der internationalen Kraftfahrzeughersteller im ersten Halbjahr 41 Prozent mehr schwere Nutzfahrzeuge über 16 Tonnen zugelassen als im Vergleichszeitraum 2010.
Nach jahrelangen Bemühungen um eine engere Zusammenarbeit von MAN und Scania hatten die Wolfsburger Anfang Mai überraschend ihren Anteil an MAN auf über 30 Prozent erhöht und mussten ein Pflichtangebot abgeben. Erstmals nannte VW dazu auch ganz konkret als Ziel, einen „integrierten Nutzfahrzeugkonzern“ schaffen zu wollen. Durch die Allianz erwartet die Konzernspitze kräftige Einspareffekte bei Einkauf, Entwicklung und Produktion.
MAN begrüßte die Übernahme durch Volkswagen: „Unsere Aktionäre haben sich entschieden: MAN wird zur VW-Familie gehören“, sagte ein Sprecher am Montag in München. Damit werde ein neues Kapitel in der 253-jährigen Geschichte des Unternehmens aufgeschlagen. „Die sich daraus ergebenen Chancen werden wir aktiv nutzen. Die Wolfsburger Pläne für eine Lkw-Allianz mit der VW-Tochter Scania würden aus München vollständig unterstützt. „Unser Anspruch daran ist klar: Wir wollen gemeinsam Potenziale heben“, sagte der Sprecher.
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