Seewind treibt Arbeitsmarkt an
Energie Studie prognostiziert 18 000 neue Stellen durch Offshore-Windkraft
von Rüdiger Zu Klampen
Bremerhaven - Gute Aussichten für die Küste: Der forcierte Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland soll in den nächsten Jahren erhebliche Umsatz- und Beschäftigungszuwächse bringen. 2021 werden voraussichtlich mehr als 33 000 Arbeitsplätze von der Offshore-Windkraft abhängen – rund 18 000 mehr als 2010. Der Umsatz in der gesamten Wertschöpfungskette vom Planungsbüro über die Anlagenfertigung bis zu Wartung und Rückbau (aber ohne Stromeinspeisung) dürfte von 5,9 Milliarden Euro (2010) auf 22,4 Milliarden Euro im Jahr 2021 steigen. Das besagt eine Studie der Beratungsgesellschaft PwC mit der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB/Bremerhaven).
Große Wachstumschancen speziell für den Mittelstand lägen weiterhin in Projektentwicklung, Bau- und Serviceleistungen meinte PwC-Mittelstandsexperte Thomas Ull.
Die Experten nehmen an, dass bis 2021 vor Deutschlands Küste Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 8,7 Gigawatt errichtet sind. Ziel der Bundesregierung sind 10 Gigawatt. In Betrieb seien Offshore-Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 200 Megawatt.
Die Zielmarken seien „ ambitioniert, aber zu erreichen“, meint PwC-Energieexperte Norbert Schwieters. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz habe – mit garantierten Einspeisevergütungen über bis zu zwölf Jahre – sichere Bedingungen für Investoren und Anlagenbetreiber geschaffen. Es gehe jetzt vor allem darum, „Probleme bei der Finanzierung der Offshore-Windparks zu lösen“. Bis zu 16 Banken seien an einer Finanzierung beteiligt. Zudem hielten sich Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise zurück. Andere Experten sehen das Hauptproblem beim Netzausbau.
WAB-Geschäftsführer Ronny Meyer meinte, über die KfW-Mittel hinaus wären zur Förderung des Offshore-Windausbaus „weitere Initiativen der öffentlichen Hand“ wünschenswert, auch für In-frastruktur wie etwa Häfen.
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