FRANKFURT, 3. Februar 2012


Abschied mit roten Zahlen

Deutsche Bank Eurokrise verdirbt Ackermann letzte Bilanz – Minus im vierten Quartal


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Musste zuletzt kleinere Brötchen backen: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann BILD: dpa  Bild vergrößern

Im Gesamtjahr konnte das Institut den Überschuss aber kräftig ausbauen. Die Bank will die Boni kürzen.

dpa

Frankfurt - Die Schuldenkrise in Europa hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann seine letzte Jahresbilanz verdorben. Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen und ein schwaches Kapitalmarktgeschäft konnten durch bessere Zahlen bei Privatkunden nur zum Teil ausgeglichen werden. Seine Nachfolger stimmte der 63-Jährige am Donnerstag auf weiterhin widrige Zeiten ein.

Bis zu einer dauerhaften Lösung der Schuldenkrise werde „das politische und ökonomische Umfeld volatil und schwierig bleiben“, sagte Ackermann in Frankfurt. Der Jahresstart 2012 war vergleichsweise schwach: „Der Januar war klar unter dem Vorjahr.“ Ackermann betonte jedoch: „Die Deutsche Bank steht gut da. Sie ist für die Zukunft gut gerüstet. Und sie wird eine gute Zukunft haben.“ Ackermann wird mit Ablauf der Hauptversammlung Ende Mai von seinen Vorstandskollegen Anshu Jain und Jürgen Fitschen abgelöst.

Im vierten Quartal rutschte das Institut vor Steuern mit 351 Millionen Euro in die roten Zahlen. Im Schlussquartal 2010 hatte die Deutsche Bank vor Steuern noch 707 Millionen Euro verdient. Nur dank einer Steuergutschrift stand im vierten Quartal 2011 unter dem Strich noch ein Gewinn von 147 Millionen Euro (Vorjahr: 601 Mio Euro).

Für das Gesamtjahr wies die Bank zwar einen deutlichen Zuwachs des Überschusses auf 4,1 (2,3) Milliarden Euro aus. Allerdings war das Vorjahresergebnis durch Kosten für die Integration der Postbank und den Umbau des Investmentbankings stark belastet. Der Vorsteuergewinn stieg auf rund 5,4 (4,0) Milliarden Euro.

Das Rekordziel von zehn Milliarden Euro Vorsteuergewinn für 2011 hatte die Bank wegen der turbulenten Märkte im Oktober kassiert. Ackermann betonte jedoch: „Ich habe überhaupt kein Problem damit zu sagen, dass diese „10 Milliarden Euro plus“ das Ertragspotenzial der Deutschen Bank darstellen so wie sie heute dasteht.“ Das Institut liege „voll im Plan“, 2012 die Effizienz weiter zu steigern. Der Konzern rechnet für 2012 mit niedrigeren Kosten im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro. Für 2011 bezifferte die Bank die Kostenersparnis auf gut 600 Millionen Euro netto.

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Außerdem will die Bank die Boni für ihre Mitarbeiter spürbar kürzen. Das Budget dafür sei um rund ein Sechstel gekürzt worden, um die Kapitalbasis des Marktführers zu verbessern, sagte Ackermann.






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