NEW YORK, 3. Februar 2012


Größter Börsengang des Internet-Zeitalters

Facebook Soziales Netzwerk legt Prospekt für Gang aufs Parkett vor – 845 Millionen Nutzer weltweit


Der US-Konzern will fünf Milliarden Dollar einnehmen. Ministerin Aigner mahnt.

dpa

New York - Facebook steht vor dem größten Börsengang des Internet-Zeitalters. Dem gerade mal acht Jahre jungen Sozialen Netzwerk wird von der Wall Street ein Wert zugemessen, der es schlagartig in die Spitzenliga der weltgrößten Konzerne katapultiert. Das Kapital von Facebook sind seine Nutzer – mittlerweile mehr als 845 Millionen an der Zahl, wovon mehr als die Hälfte sogar täglich vorbeischauen.

Facebook hat am späten Mittwoch seinen rund 200 Seiten starken Börsenprospekt veröffentlicht. Das ist für jedes Unternehmen der erste Schritt auf dem Weg an die Börse. Einen Termin für den Gang aufs Parkett gibt es indes noch nicht; Experten rechnen damit für Mai oder Juni.

Die Unterlagen sind dennoch spannend. Sie geben erstmals einen Einblick in das Innenleben des Senkrechtstarters. Es zeigt sich: Facebook wächst weiterhin rasant, ist hochprofitabel und Gründer Mark Zuckerberg ist mächtiger als man denkt. Er hält 28 Prozent der Anteile und sogar 57 Prozent der Stimmrechte, weil andere Anteilseigner ihm ihre Stimmen übertragen haben.

Dem 27-Jährigen geht es nach eigener Auskunft aber nicht darum, möglichst reich zu werden. Zuckerberg schrieb in einem Brief: „Facebook wurde ursprünglich nicht gegründet, um ein Unternehmen zu sein. Es wurde aufgebaut, um eine soziale Mission zu erfüllen – die Welt offener und vernetzter zu machen.“

Facebook will bei seinem Börsengang nach aktuellem Stand 5 Milliarden Dollar einnehmen. Dabei verkaufen Zuckerberg und die anderen Besitzer aber nur einen Teil ihrer Aktien, die meisten behalten sie. Insgesamt wird Facebook in US-Medien auf einen Wert von 75 bis 100 Milliarden Dollar taxiert. Damit spielt das Netzwerk in einer Liga mit Konzernen wie Siemens oder VW. Selbst in den USA sind nicht mal 30 Firmen mehr wert. Mit seinen Zahlen würde Facebook den Börsengang von Google 2004 in den Schatten stellen. Damals hatte der Suchmaschinenprimus 1,7 Milliarden Dollar eingenommen.

Die hohe Bewertung von Facebook erstaunt, wenn man sich die Zahlen anschaut: Der Umsatz lag 2011 gerade mal bei 3,7 Milliarden Dollar, als Gewinn blieb unterm Strich eine Milliarde Dollar übrig.

Facebook war zuletzt immer wieder wegen Bedenken um den Datenschutz in die Schusslinie geraten. So erregte die neue „Chronik“ (im englischen „Timeline“) Anstoß.

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Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sieht Facebook jetzt beim Datenschutz noch mehr in der Pflicht. „Als börsennotiertes Unternehmen muss Facebook umso mehr den Anspruch erfüllen, sich an Recht und Gesetz zu halten – und zwar nicht nur in den USA, sondern auch auf wichtigen Auslandsmärkten wie Deutschland“, sagte sie.






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