EWE-Aufsichtsrat vor neuer Ära
Energie Kaulvers als neuer Vorsitzender vorgesehen – Amt soll aus Politik herausgehalten werden
von Rüdiger Zu Klampen
Oldenburg - Der Aufsichtsrat des Versorgers EWE (Oldenburg) steht vor einer neuen Ära: An die Spitze des Kontrollgremiums soll im Spätsommer Dr. Stephan-Andreas Kaulvers rücken. Man habe ihn gebeten, teilte der Geschäftsführer des EWE-Verbandes, der Cloppenburger Landrat Hans Eveslage, auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der Vorstandsvorsitzende der Bremer Landesbank ist bereits Mitglied des Aufsichtsrates.
Kaulvers habe positiv reagiert, sagte Eveslage auf Anfrage weiter. Die Wahl könnte auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im September erfolgen.
Kaulvers ist einer der bekanntesten Wirtschaftsrepräsentanten der Nordwest-Region. Er ist keinem politischen Lager zuzuordnen und gilt als sehr sachorientiert und konsensfähig. Zudem sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen schon seit langem sein tägliches Geschäft. Kaulvers gilt auch als gut in der Region vernetzte, kommunikationsstarke Persönlichkeit.
Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Günther Boekhoff hatte – wie berichtet – für den Sommer den Rückzug von der Aufsichtsrats-Spitze angekündigt. Er ist SPD-Mitglied und war auch Bürgermeister von Leer. Bisher hatte die Parteimitgliedschaft bei der Besetzung von Spitzenämtern in den EWE-Gremien nach Einschätzung von Beobachtern eine nicht unerhebliche Rolle gespielt.
Man sei nun „breit“ über die verschiedenen Gruppen hinweg überein gekommen, dass die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzender „aus dem politischen Tagesgeschäft herausgehalten werden sollte“, sagte Eveslage auf Anfrage dieser Zeitung über die Gespräche in den Gremien.
Kaulvers steht auch insofern für eine neue Ära, als er nicht nur im Oldenburger Land stark verwurzelt ist, sondern auch in Bremen. In der Hansestadt hatte EWE den Versorger SWB übernommen. Man arbeitet an einer intensiveren Integration.
Wie Eveslage auf Anfrage dieser Zeitung weiter mitteilte, zeichnet sich nach Beratungen auch ab, welche Persönlichkeiten in den EWE-Aufsichtsrat aufrücken dürften. Dies sollen der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage (SPD) für Boekhoff sowie Heiner Schönecke (CDU) aus dem Kreis Harburg für Martin Döscher (CDU/Kreis Cuxhaven/bisher 3. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender) sein. Zuvor soll bereits Peter Meiwald (Westerstede/Grüne) für Landrat Hermann Bröring (Emsland, CDU) in den Aufsichtsrat kommen.
Für die zu vergebenden Ämter hat die EWE-Verbandsversammlung (Verbandsausschuss) ein Vorschlagsrecht. In den Gremien sind die EWE-Eigentümer – Landkreise und einige Städte im Nordwesten – vertreten. Verbands-Geschäftsführer ist Landrat Hans Eveslage (Kreis Cloppenburg), sein Stellvertreter Frank Eger (Landrat Kreis Oldenburg).
@ http://www.NWZonline.de/ewe-sign
- Im Hörsaalzentrum der Universität Oldenburg reiht sich ein Infostand an den anderen: 40 Unternehmen aus dem Nordwesten – von A wie Aleo Solar AG bis T wie Trent gGmbH – zeigen auf der Firmenkontaktmesse „Career Day“ (Karriere Tag) potenziellen Mitarbeitern, was sie zu bieten haben.mehr
- Die Schuldenkrise hat die Euro-Zone in eine neue Rezession gerissen. Sie bedroht nach Einschätzung der OECD auch die eigentlich hervorragenden Konjunkturaussichten für Deutschland. Der Spar- und Reformprozess sei in den meisten Staaten gerade erst angelaufen und durch schwach wachsende oder gar sinkende Wirtschaftsleistungen geprägt, schreiben die Experten der Industriestaatenorganisation.mehr
- Griechenland steht am Abgrund. Eine stabile Regierung ist nicht in Sicht, die Euro-Partner fürchten um den mit Rettungsmilliarden erkauften Sparkurs. Einen Rauswurf der Griechen aus der gemeinsamen Währung sehen die geltenden europäischen Verträge nicht vor.mehr
- Der Facebook-Börsengang wird zum Milliardengrab für Anleger: Der Kurs ist am dritten Handelstag weiter um annähernd 9 Prozent auf 31 Dollar eingebrochen. Ein Anleger, der zum Ausgabepreis von 38 Dollar gekauft hatte, verlor somit bis zum späten Dienstag 18 Prozent seines Geldes.mehr
- Obwohl die deutschen Haushalte dank des milden Winters durchschnittlich 18 Prozent weniger Energie zum Heizen gebraucht haben, ist eine warme Wohnung 2011 teurer geworden. So seien die Heizkosten für Häuser mit Ölheizung um fünf Prozent gestiegen, ergab der am Dienstag veröffentlichte Heizspiegel 2012 von CO2online und dem Deutschen Mieterbund.mehr



