Kälte bringt Umsatz-Schub
Schlussverkauf Dicke Jacken und Handschuhe gefragt – Sonne sorgt für Stimmung
dpa
Hannover - Wegen der eisigen Kälte reiben sich die Textilhändler nach dem schleppenden Weihnachtsgeschäft die Hände. Mit einigen Wochen Verspätung sei der Absatz von warmer Winterkleidung seit Ende Januar auf Touren gekommen, sagte Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen, am Montag in Hannover: „Seitdem es endlich kalt geworden ist, läuft es richtig gut.“
Zur Halbzeit des – allerdings nicht mehr offiziell bestehenden – Winterschlussverkaufs (WSV) Anfang dieser Woche klingele vor allem beim Verkauf von dicken Jacken, Handschuhen und Schals, aber auch im Wintersport-Fachhandel die Kasse. „Gleichzeitig haben die Leute beim Sonnenschein der letzten Tage Lust, einkaufen zu gehen. Das ist für uns eine tolle Kombination“, meinte Rambow.
Für Möbel, Glas, Porzellan und Haustextilien gebe es ebenfalls hohe Rabatte – in der Spitze von 70 Prozent. Auch der Handelsverband Deutschland in Berlin berichtete von einer anziehenden Nachfrage.
„Natürlich wäre es besser gewesen, wenn die Kälte schon zu Weihnachten gekommen wäre“, schränkte Rambow ein. „Aber es ist gut, dass sie nun endlich da ist.“ Zum Jahresende waren die Einzelhändler infolge der milden Witterung längst nicht so viel Kleidung losgeworden wie erhofft. „Sie freuen sich jetzt darüber, dass sie endlich abverkaufen können. Aber sie tun das mit einem tränenden Auge, weil die Preise schon stark gesunken sind“, sagte Rambow.
Viele Geschäfte hatten ihre Rabattaktionen in dieser Wintersaison vorgezogen, um die bislang schwache Textilnachfrage anzukurbeln. „Das begann schon vor dem eigentlichen WSV und ist diesmal schneller gekommen als in den vergangenen Jahren“, erklärte Rambow. Die Höhe der Preisnachlässe sei „noch im normalen Bereich“. In manchen Fällen setzen die Betriebe aber vor allem darauf, ihre Läger zu räumen. Ob sich dabei etwas mit Gewinn verkaufen lasse, sei dann oft zweitrangig.
Im Textilhandel habe sich einzig der Sportfachhandel bereits vor dem WSV-Start über das stabile Winterwetter freuen können, berichtete Rambow: „Die Leute fahren ja meist zum Skiurlaub in die Alpen, da sind die Umsätze unabhängiger von der Witterung in Niedersachsen.“
Insgesamt habe sich das Geschäft nach den vergleichsweise strengen Wintern 2009/2010 und 2010/2011 in diesem Jahr wieder normalisiert.
- Im Hörsaalzentrum der Universität Oldenburg reiht sich ein Infostand an den anderen: 40 Unternehmen aus dem Nordwesten – von A wie Aleo Solar AG bis T wie Trent gGmbH – zeigen auf der Firmenkontaktmesse „Career Day“ (Karriere Tag) potenziellen Mitarbeitern, was sie zu bieten haben.mehr
- Die Schuldenkrise hat die Euro-Zone in eine neue Rezession gerissen. Sie bedroht nach Einschätzung der OECD auch die eigentlich hervorragenden Konjunkturaussichten für Deutschland. Der Spar- und Reformprozess sei in den meisten Staaten gerade erst angelaufen und durch schwach wachsende oder gar sinkende Wirtschaftsleistungen geprägt, schreiben die Experten der Industriestaatenorganisation.mehr
- Griechenland steht am Abgrund. Eine stabile Regierung ist nicht in Sicht, die Euro-Partner fürchten um den mit Rettungsmilliarden erkauften Sparkurs. Einen Rauswurf der Griechen aus der gemeinsamen Währung sehen die geltenden europäischen Verträge nicht vor.mehr
- Der Facebook-Börsengang wird zum Milliardengrab für Anleger: Der Kurs ist am dritten Handelstag weiter um annähernd 9 Prozent auf 31 Dollar eingebrochen. Ein Anleger, der zum Ausgabepreis von 38 Dollar gekauft hatte, verlor somit bis zum späten Dienstag 18 Prozent seines Geldes.mehr
- Obwohl die deutschen Haushalte dank des milden Winters durchschnittlich 18 Prozent weniger Energie zum Heizen gebraucht haben, ist eine warme Wohnung 2011 teurer geworden. So seien die Heizkosten für Häuser mit Ölheizung um fünf Prozent gestiegen, ergab der am Dienstag veröffentlichte Heizspiegel 2012 von CO2online und dem Deutschen Mieterbund.mehr



