IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn
Tarifrunde Harte Auseinandersetzung auch um Leiharbeit erwartet – Arbeitgeber: Forderung nicht nachvollziehbar
dpa
Frankfurt - Bei den Tarifverhandlungen für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich eine harte Auseinandersetzung um mehr Geld und weniger Leiharbeit ab. Der Vorstand der IG Metall bekräftigte am Dienstag die bereits zuvor artikulierte Entgeltforderung von „bis zu 6,5 Prozent“ bei einer kurzen Laufzeit von zwölf Monaten.
Sie stehe gleichberechtigt neben den inhaltlichen Anliegen nach einer unbefristeten Weiterbeschäftigung der Ausgelernten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern, erklärte Gewerkschaftschef Berthold Huber. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen als nicht nachvollziehbar und warnten vor eingeschränkter Flexibilität der Betriebe, falls die Leiharbeit begrenzt werde.
„Unsere Forderung ist von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie finanzierbar. Sie ist wirtschaftlich geboten und würde den Beschäftigten einen fairen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung sichern“, sagte Huber. Er hielt daran fest, dass in den Verhandlungen ab März auch der glänzende Konjunkturverlauf 2011 berücksichtigt werden müsse. Dieser sei beim letzten, langfristigen Tarifabschluss 2010 so nicht zu erwarten gewesen. Der verteilungsneutrale Spielraum sei daher nicht ausgeschöpft worden.
Schwierige Verhandlungen erwartet die Gewerkschaft in der Frage der Leiharbeiter. „Das Thema steht uns bis hier oben. Wir sind beschissen worden“, sagte Huber. In den Betrieben soll eine erweiterte Mitbestimmung der Betriebsräte den Einsatz von Leiharbeitern bremsen. Die Verdrängung von Stammarbeitern werde nicht mehr akzeptiert.
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