„Da wird nicht mit offenen Karten gespielt“
Stadtumgehung Grüne wollen Trassen-Planung stoppen – Landrat: Nicht ungewollt Trassenbau befördern
von Karsten Kolloge
Ganderkesee - Ganderkesees Grüne machen Druck. „Sofort“ und „beschleunigt“ solle der Landkreis Oldenburg sein Regionales Raumordnungsprogramm überarbeiten. Der Anlass für die Eile: Im Raumordnungsprogramm sollten schutzwürdige Naturräume im Norden der Gemeinde Ganderkesee festgelegt werden – um damit die befürchtete Stadtumfahrung Delmenhorst („Entwicklungsachse“) quer durch die Gemeinde zu verhindern.
Schon jetzt, im Frühstadium der Planungen der Achse, müssten Maßnahmen ergriffen werden, um ein Weiterplanen zu stoppen, drängt Reinhold Schütte, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Falls die Achse gebaut würde, bedeute das nicht nur mehr Lärm- und Verkehrsbelastung, sondern auch, dass „naturschutzwürdige Feucht- und Waldgebiete dauerhaft geschädigt“ würden. Die Gebiete seien bereits im Landschaftsrahmen verankert.
Schütte sagte, dass das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises seit 2007 nicht mehr in Kraft sei. Der Landkreis sei gegenüber der Gemeinde in der Pflicht, dies zu ändern. Er solle seine Hausaufgaben machen und mithelfen, die Achse über Ganderkeseer Gebiet zu verhindern.
Wirkung (zu?) spät
In einer ersten Stellungnahme nannte Landrat Frank Eger den Vorstoß der Grünen „vom Grundsatz her gut“. Nur: Es sei zu berücksichtigen, dass die (am Dienstag in einem Fachausschuss des Kreises diskutierte) Neuaufstellung eines Raumordnungsprogramms erfahrungsgemäß etwa zwei Jahre dauere.
Eger empfahl in Richtung Ganderkesee, bei jeder weiteren kommunalen Planung insbesondere für die Räume Rethorn/Schierbrok und Hoykenkamp immer auch die Trassen-Planungen des Landes im Kopf zu haben.
Er glaube, dass da in Sachen Stadtumgehung „nicht mit offenen Karten gespielt“ werde, sagte der Landrat mit Hinweis auf die ursprüngliche Zusage, dass auf Ganderkeseer Gebiet keine Entlastungsstraße gebaut wird. Wie berichtet, war im Januar dieses Jahres durchgesickert, dass das Bundesverkehrsministerium die niedersächsische Straßenbaubehörde bereits mit der Planung einer Westumfahrung von Delmenhorst beauftragt hatte.
„B 212neu hinfällig“
Unterdessen zweifelt die Bürgerinitiative (BI) Bookholzberg nicht nur den Sinn der Stadtumfahrung, sondern auch den der B 212neu an. Der stellvertretende Sprecher der Initiative, Otto Sackmann, argumentierte, dass die Autobahn 281 in Bremen nur geplant worden sei, um den Autobahnring um Bremen zu vervollständigen. „Deshalb kann der Verkehr auf der A 281 über die B 75 in und aus Richtung A 28 und A 1 abgewickelt werden. Damit wäre die B 212neu hinfällig.“
Genaue Informationen über den Verlauf der sechs Trassen, die zurzeit auf ihre Eignung für eine Ortsumfahrung Delmenhorst hin überprüft werden, versprechen die Veranstalter eines Informationsabends an diesem Mittwoch, 7. September, ab 19.30 Uhr im Gasthaus Menkens in Hoykenkamp. „Bis auf den Meter genau“ könne man den Verlauf darstellen, sagte Uwe Kroll, Sprecher der Interessengemeinschaft B 212.
Veranstalter sind neben der IG der Bürgerverein Heide-Schönemoor, der Ortsverein Hoykenkamp und der Orts- und Verkehrsverein Schönemoor. Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und der Delmenhorster OB Patrick de LaLanne hätten ihre Teilnahme angekündigt. Auch Landrat Frank Eger will versuchen zu kommen. Kroll geht davon aus, „dass der Saal voll wird“.
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