Auch Jägerschaft kritisiert Abschuss des weißen Hirschen
Fraß aus der Hand: der in Jever erlegte weiße Hirsch aus Wiesedermeer im Kreis Wittmund. BILD: HIERONIMUS 
jever/ wiesedermeer - Mit „großer Betroffenheit“ verfolgt die Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven die öffentliche Diskussion um den Abschuss eines weißen Hirschs bei Jever. Gleichzeitig kritisiert sie den Abschuss des Tiers: „Wir legen Wert auf die Feststellung, dass wir die Vorgehensweise nicht gutheißen“, schreiben die Vorsitzenden Irp Memmen (Sande) und Hartmut Schröder (Varel) in einer am Wochenende veröffentlichten Mitteilung.
Gleichzeitig weist der Vorstand der Jägerschaft auf die Verantwortung der zuständigen Revierinhaber und des Schützen hin, die „die Angemessenheit des eigenen Handelns alleine zu vertreten und zu verantworten haben“. Die Jägerschaft fordert die betreffenden Personen auf, „sich zu ihrer Verantwortung zu bekennen und für sich die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen, um weiteren Schaden von der Jägerschaft fernzuhalten“, schreiben Schröder und Memmen.
Wie berichtet, war der offenbar handzahme weiße Hirsch am 19. November von einem Jäger erlegt worden, nachdem sich zuvor noch Passanten an dem Anblick erfreut hatten. Landkreis und Polizei rechtfertigten den Abschuss zunächst mit Verweis auf „drohende Gefahren“ für den Straßenverkehr. Eine Woche später entschuldigten sich beide Behörden und räumten ein, mögliche Alternativen zum Abschuss nicht ausreichend geprüft zu haben.
Unterdessen hat sich auch die Jägerschaft in Wiesedermeer – der „Heimat“ des weißen Hirschs“ – den Abschuss heftig kritisiert. „Seit einem Jahr hat sich das Tier im Dorf aufgehalten und ist stets friedlich und bis auf seine Zutraulichkeit unauffällig gewesen“, so Jagdvorstand Meinhard Otten: „Der Verdacht scheint nahezuliegen, dass wohl jemand mit der Trophäe geliebäugelt hat“, so Otten.
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