VAREL/OLDENBURG, 21. Dezember 2009


„Mussten unerfreuliches Problem regeln“

SILBERHOCHZEITS-AFFÄRE OOWV-Vorstand missbilligt Zuschuss für Feier der Eheleute Funke


EINZELHEITEN WERDEN AUF DER VERBANDSVERSAMMLUNG ERLÄUTERT. DIE TRENNUNG VOM GESCHÄFTSFÜHRER ERFOLGTE „EINVERNEHMLICH“.

VON HANS BEGEROW,REDAKTION VAREL

Varel/Oldenburg - Fast sechs Stunden lang dauerte die Krisensitzung im Abwasserzentrum des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes in Oldenburg, dann war Karl-Heinz Funke nicht mehr dessen Vorsteher. Aus persönlichen Gründen stelle er sein Amt zur Verfügung und um weiteren Schaden vom OOWV abzuwenden, hieß es in der Stellungnahme von Funkes Stellvertreter, dem Lastruper Bürgermeister Jürgen Focke.

Auslöser des Rücktritts war die exklusive Berichterstattung der NWZ, die enthüllt hatte, dass der OOWV für die Silberhochzeit von Petra und Karl-Heinz Funke im September 2007 im Saal der Kuranlage „Deichhörn“ in Dangast einen Zuschuss von 8000 Euro gezahlt hatte.

Im „beiderseitigen Einvernehmen“, wie es hieß, wird auch das Arbeitsverhältnis mit OOWV-Geschäftsführer Hans-Peter Blohm gelöst. Ob er möglicherweise die Abrechnung der Silberhochzeit für die Buchführung getarnt hatte, wollte OOWV-Stellvertreter Focke nicht kommentieren. Blohms Ausscheiden stehe aber im Zusammenhang mit „der gleichen Thematik“ wie bei Funke. Näheres solle auf der Verbandsversammlung im Januar der Mitgliedern erläutert werden.

Focke machte aber klar, dass der Vorstand den Zuschuss zu Funkes Silberhochzeit aus Verbandsmitteln missbillige – unabhängig von Funkes Verdiensten als Vorsteher des OOWV, dem er seit dem 12. Juni 2001 vorsteht. Es ist ein Ehrenamt, das auch gut bezahlt wird: 60 000 Euro erhält der Vorsteher jährlich.

Zugleich bestätigte Focke, dass es einen alten Vorstandsbeschluss gebe, der Zuschüsse zu besonderen Feiern der Vorstandsmitglieder billige.

„Unerfreulich“, nannte Focke die Angelegenheit um die Silberhochzeit, „aber wenn solche Probleme anstehen, müssen sie geregelt werden.“

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Funke in den Schlagzeilen steht. In seiner Heimatstadt Varel ist er im Februar von seinen Ämtern als Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister abgewählt worden – nach 28 Jahren, in denen er zunächst ehrenamtlicher Bürgermeister, dann ab 1997 stellvertretender Bürgermeister und Ratsvorsitzender gewesen war. Zuvor waren sechs Mitglieder aus der 18-köpfigen SPD-Fraktion ausgeschlossen worden, die sich für mehr Mitsprache eingesetzt und auch das Zerwürfnis Funkes mit dem Vareler Bürgermeister Gerd-Christian Wagner (er war von Fraktionssitzungen ausgeladen worden) kritisiert hatten.

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Seither hat die SPD nicht mehr die Mehrheit im Vareler Rat und befindet sich in vielen Debatten auf Konfrontationskurs zum Bürgermeister beziehungsweise zur bunt zusammengewürfelten Ratsmehrheit. Höhepunkt im Herbst war ein von Funke mitunterzeichneter Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Wahl des Ersten Stadtrats vor dem Verwaltungsgericht. Das Gericht sah allerdings keinen Grund, die Wahl zu verhindern.

Unabhängig von den politischen Ämtern muss eine weitere Personalie geklärt werden: Funke war als Vorsteher des OOWV auch Vizepräsident des Wasserverbandstags Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.




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