Funke zur NWZ: „Ich habe einen Fehler gemacht“

VERBANDS-AFFÄRE Zurückgetretener OOWV-Vorsteher will über weitere Konsequenzen nachdenken


Varel/Brake - Der zurückgetretene Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV, Brake), Karl-Heinz Funke (SPD) aus Varel-Dangast (Kreis Friesland), bedauert sein Fehlverhalten im Zusammenhang mit einem Verbandszuschuss zu seiner Silberhochzeitsfeier vor zwei Jahren. „Keine Frage – ich habe einen Fehler gemacht“, sagte Funke im Gespräch mit der NWZ.

Funke hatte sich – wie berichtet – die private Feier im September 2007 mit 8000 Euro vom OOWV bezuschussen lassen. Über die Feiertage will der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister (1998 bis 2001) über weitergehende Konsequenzen nachdenken. Zum Beispiel, ob er auch das Amt des Vizepräsidenten im Wasserverbandstag Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt niederlegt.

  • Mehr dazu auf NWZonline:
    Wasserverband finanzierte Silberhochzeit von Vorsteher Funke
    Karl-Heinz Funke tritt als Vorsteher des OOWV zurück
    Staatsanwalt ermittelt beim OOWV
    Über Zukunft in Ruhe nachdenken

    Von der Affäre unberührt sieht Funke, der auch schon Landwirtschaftsminister in Niedersachsen (1990 bis 1998) war, indes die ihm verbliebenen kommunalen Mandate im friesländischen Kreistag und im Vareler Stadtrat. „Diese Mandate habe ich vom Wähler bekommen, darüber können andere nicht verfügen“, sagte der 63-jährige Politiker.

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  • FUNKTIONEN
    23.12.2009
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    Leserkommentare (6)
    MNP
    - 27.12.2009 23:37 Uhr
    Zur Erinnerung ein Artikel aus dem SPIEGEL von 2001

    Kurt Bodewig, 45, Bundesverkehrsminister, wurde überrascht von einem zahlungswilligen Schuldner. Bereits "vor Weihnachten" hatte Bodewig dem damaligen Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke mit "Geld für den Rest der Zeche in Ossis Kneipe" ausgeholfen. Dieser Tage nun kam der frühere Persönliche Referent Funkes, Martin Nissen, 43, auf den Verkehrsminister zu mit der Erklärung: "Das ist ein Sonderauftrag von Karl-Heinz. Am Abend als er zurückgetreten ist, sagte er als Erstes nach seinem Statement: ,Mist, jetzt kann ich nicht mehr ins Kabinett, der Kurt kriegt noch Geld von mir.' So habe ich das jetzt mitgebracht." Bodewig war es zufrieden: "Na siehst du mal, es geht doch nichts über einen ehrlichen Kerl" - und verstaute die vorgestreckten 20 Mark.
    Honigmann
    - 23.12.2009 22:54 Uhr
    ...das wurde allerhöchste Zeit und damit die angemessene Reduzierung auf die tatsächlich Größe und Wichtigkeit.

    Die Anweisungen und Taten von 1999 - 2001 und die Macht damit zu mißbrauchen, sind noch lange nicht vergessen - und irgendwann wird man davon eingeholt - begann schon mit dem "Rücktritt" (zurückgepfiffen ???) am 9.1.2001 wegen der angeblichen BSE-Krise. Schon vergessen ?

    Justizia sollte man nicht versuchen zu verbiegen um jemanden loszuwerden - das geht immer nach hinten los.

    Tschüß Karl-Heinz.....

    "Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher!"
    Bramloge
    - 23.12.2009 22:25 Uhr
    Herr Funke, legen Sie Ihre Mandate nieder und nehmen Sie Ihren Hofstaat mit. Die Politik nach Gutsherrenart in Varel ist beendet.
    wotan47
    - 23.12.2009 16:36 Uhr
    Der Untergang der SPD !
    Solch einer darf nie wieder auf eine Partei-Liste!
    Ein Mensch welcher anderer Geld in die eigene Tasche steckt hat bei uns in der Politik nichts mehr zu suchen !!
    nakev
    - 23.12.2009 15:14 Uhr
    Wäre diese Geschichte nicht an die Öffentlichkeit geraten, dann hätte sich Herr Funke auch nicht dafür entschuldigt, hier großzügig viel Geld angenommen zu haben. Er hätte dann auch kein schlechtes Gewissen gehabt.
    Es scheint, als wäre Herr Funke vollkommen "schmerzfrei" dabei, wie man mit seinen Landsleuten umgeht. Er betrügt hier alle Pflichtmitglieder im OOWV um die Beiträge.
    Leider hat Herr Funke es in den letzten Monaten und Jahren immer wieder geschafft, auch seine Wählerstimmen zu mißbrauchen, sodass es jetzt an der Zeit ist abzudanken. Die Staatsanwaltschaft wird hoffentlich ihre Arbeit ernst nehmen und diese Person - bei allen Verdiensten für die Stadt und für die Region (was lange her ist) - strafrechtlich verfolgen.
    Nehmen Sie endlich Ihren Hut im Rat der Stadt Varel und auch im Kreis. Herr Funke, Sie sollten sich schämen und sich aus jedem öffentlichen Amt zurückziehen.
    R.Hibbeler, Varel
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