Über Zukunft in Ruhe nachdenken
WASSERVERBAND Karl-Heinz Funke nimmt Stellung zur Hochzeitsgeld-Affäre
Der zurückgetretene Vorsteher des OOWV räumt Fehler ein. Er müsse sich moralisch Vorwürfe machen.
Von Thomas hellmold
Frage: Herr Funke, Sie sind nach den bekannt gewordenen Zuschüssen des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) für Ihre Silberhochzeit vom Amt des Verbandsvorstehers zurückgetreten. Für Sie die logische Schlussfolgerung?
Funke: Ich habe einen Fehler gemacht. Dazu bekenne ich mich. Dafür habe ich mich zu entschuldigen. Gar keine Frage. Ich habe daraus die Konsequenzen gezogen und denke über die Angelegenheit nach.
Frage: Werden Sie nun auch als Vizepräsident des Wasserverbandstages Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt zurücktreten?
Funke: Darüber werde ich über die Weihnachtsfeiertage nachdenken und mich mit meiner Familie und mit Freunden besprechen. Da hat man ja ein bisschen Ruhe. Und da werde ich alles Weitere genau überlegen.
Frage: Sie haben für das Ehrenamt beim OOWV ja immerhin 60 000 Euro im Jahr erhalten. Musste da auch noch ein „Zuschuss“ zu Ihrer privaten Silberhochzeitsfeier abfallen?
Funke: Um es noch einmal zu wiederholen: Ich habe einen Fehler gemacht. Moralisch muss ich mir da Vorwürfe machen. Nur um es deutlich zu sagen, habe ich nicht 60 000 Euro bezogen, sondern nur die Hälfte. Vielleicht hat da jemand falsch gerechnet oder die frühere D-Mark-Summe mit Euro gleichgesetzt. Aber das soll mein moralisch falsches Verhalten nicht entschuldigen.
Frage: Werden Sie Ihre Mandate im friesländischen Kreistag und im Vareler Stadtrat aufrecht erhalten?
Funke: Diese Mandate habe ich vom Wähler. Darüber können andere nicht verfügen. Meine kommunalen Mandate haben nichts mit der Angelegenheit beim OOWV zu tun. Das muss man klar trennen.
Frage: Was ist mit dem Zuschuss – immerhin rund 8000 Euro –, den Sie vom Wasserverband erhalten haben?
Funke: Ich habe das Geld zurückgezahlt. Ich hätte es nie annehmen dürfen.
Frage: Welche weiteren Konsequenzen werden Sie aus der Affäre ziehen?
Funke: Meine Kommunalmandate haben, wie gesagt, damit nichts zu tun. Aber ich denke – wie jeder Mensch – immer über alles nach. Das eine mit dem anderen zu vermischen, halte ich aber nicht für in Ordnung. Und es ist auch verletzend.
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