VECHTA, 28. Dezember 2009


Fliegerbombe gesprengt – Vechtas Zentrum geräumt

BLINDGÄNGER 8500 Menschen müssen Wohnungen verlassen – Gefängnisse evakuiert


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Zehn Meter breit und etwa fünf Meter tief war der Krater am Ortsrand von Vechta, der durch die Sprengung der US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entstanden war.  Bild vergrößern

DER ZEHN-ZENTNER-SPRENGSATZ KONNTE NICHT VOR ORT ENTSCHÄRFT WERDEN. DIE INSASSEN DER GEFÄNGNISSE MUSSTEN IN ANDERE HAFTANSTALTEN VERLEGT WERDEN.

VON JÜRGEN WESTERHOFF UND CHRISTOPH FLOREN

Vechta - Für die Sprengung einer amerikanischen Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Sonntag in Vechta eine der aufwendigsten Evakuierungen seit Jahren abgelaufen. Der etwa 500 Kilogramm schwere Blindgänger wurde auf einem eigens dafür vorbereiteten Sprengplatz zur Detonation gebracht. Verletzt worden sei niemand, auch Schäden habe es keine gegeben, sagte Bürgermeister Uwe Bartels (SPD) nach der Aktion.

Die Großaktion war am Sonntagmorgen angelaufen. Für die Bombenentschärfung mussten etwa 8500 Bewohner von Häusern in der Sicherheitszone um den Fundort vorübergehend ihre Wohnungen verlassen. Geräumt wurden außerdem zwei Senioren- und Pflegeheime sowie teilweise ein Krankenhaus. Für die Bewohner war ein Evakuierungszentrum in einer Schule eingerichtet worden. Der Bombenfundplatz war durch eine Wand aus 20 Seecontainern und aufgestapelten Strohballen abgeschirmt.

  • Mehr dazu auf NWZonline:
    Bilder von der Sprengung
    Erleichterung nach Explosion
    Sprengung - dann Entwarnung


    Eine besondere Herausforderung stellte die Evakuierung zweier Gefängnisse dar. Betroffen waren 293 männliche und 100 weibliche Gefängnisinsassen, die in die Justizvollzugsanstalten in Hannover, Oldenburg und Meppen sowie zwei Außenstellen in Vechta gebracht werden mussten. Eine solche Räumung hatte es noch nie zuvor gegeben.

    Am Mittag versuchten Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes dann, den Blindgänger zu entschärfen. Dies scheiterte jedoch am schlechten Zustand eines der beiden Zünder. Deshalb wurde die Bombe am frühen Nachmittag mit einem Tieflader zu einem vorbereiteten Sprengplatz in der Nähe des Fundortes transportiert. Dort war eine Pyramide aus knapp 200 großen Sandsäcken errichtet worden. Unter dieser Packung wurde der Blindgänger um 15.40 Uhr kontrolliert gezündet.

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    Nach der Sprengung konnten die 750 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdiensten wieder Entwarnung geben. Die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Bis zum Abend wurden auch die Gefangenen wieder in die Justizvollzugsanstalten zurückgebracht.

    Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) dankte allen Einsatzkräften für den reibungslosen Ablauf.





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