OLDENBURG, 6. Februar 2010


Oldenburger Schul-Wirrwarr
immer schlimmer

EISFREI Dezernent taucht ab – Internetseite der Stadt bricht zusammen – Abi-Vorklausuren fallen aus


AUCH FREITAG FIEL DIE SCHULE AUS. ABITURIENTEN UND LEHRER MACHEN DER STADT HEFTIGE VORWÜRFE.

VON THORSTEN KUCHTA UND JASPER RITTNER

Oldenburg - Die Pannenserie im Schuldezernat setzt sich fort. Auch am Freitag fand kein Unterricht statt. Und die Informationspolitik der Stadt war erneut chaotisch. Besonders schlimm: Entgegen Vereinbarungen mit den Schulen wurden auch der Oberstufenunterricht und damit Vorklausuren fürs Abitur abgesagt.

Die Chaos-Chronik in Kurzform: Am Donnerstagnachmittag teilt die Stadt mit: „Am Freitag wieder Unterricht an Oldenburgs Schulen“. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Sollte aufgrund von nicht erwartbaren Wetterumbrüchen in der Nacht zu Freitag die Schule dennoch ausfallen müssen, informiert die Stadt über das städtische Internet und Rundfunksender.“

Die Wetterlage änderte sich nicht. Auch die VWG ließ ihre Busse wieder normal fahren. Trotzdem entschied sich Schulamtsleiter Heiko Setje-Eilers in den frühen Morgenstunden für Ausfall – sein Chef, Schuldezernent Martin Schumacher, hatte die nächtliche Entscheidung seinem Untergebenen aufgedrückt. „Ich entschied gegen 5 Uhr, den Unterricht generell abzusagen“, bestätigte Setje-Eilers der NWZ. Damit brach er eine Zusage an die Oberstufen.

Mit Günther Hoyndorff, Leiter des Gymnasiums Eversten und Sprecher der OberstufenSchulleiter, hatte er am Donnerstag abgesprochen, dass der Unterricht an den Oberstufen auf jeden Fall stattfinden werde. Grund: Für 700 Schüler stand Freitag eine wichtige Klausur in einem Abi-Prüfungsfach an – letzte Generalprobe vorm Abi.

Hoyndorff am Freitag zur NWZ: „Die Schüler sind 17 bis 19 Jahre alt. Wir kamen überein, dass man denen den Schulweg zumuten kann.“ Die Schüler wurden telefonisch informiert.

Die Gesundheit der Schüler schien Setje-Eilers indes angesichts der Warnungen von Winterdienst, Polizei und Feuerwehr vor vereisten Rad- und Fußwegen wichtiger, sagte er der NWZ. „Wir waren zunächst enttäuscht, haben aber auch Verständnis“, meint Hoyndorff, den Setje-Eilers morgens informierte. Nun wird nach einem neuen Termin gesucht.

Weniger Verständnis zeigen Schüler: „Bis 7 Uhr meldete die Homepage der Stadt, dass die Klausuren geschrieben werden“, sagte Paul Hasse (IGS Flötenteich). Kurz danach wurde abgesagt; da war der Internetserver der Stadt abgestürzt, und viele Schüler waren schon auf dem Weg. Über Schulausfälle wird deshalb nicht mehr über den Stadt-Server, sondern nur noch über Rundfunk und das Servicecenter der Stadt (Tel. 235-4444) informiert.

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