OLDENBURG/KAPSTADT, 8. Februar 2010


Schlangen zwingen zur Vollbremsung

ABENTEUER Drei Oldenburgerinnen fahren mit Motorrädern 3500 Kilometer durch Südafrika


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Zwei junge Afrikanerinnen ließen sich nicht lange bitte und nahmen begeistert auf dem Motorrad Platz (hinten Antje Gratopp). BILD: EEKHOFF Bild vergrößern

DIE FREUNDINNEN KENNEN SICH VOM STUDIUM. VON DER FREUNDLICHKEIT DER EINHEIMISCHEN WAREN DIE DREI ÜBERRASCHT.

VON CARL-FRIEDRICH EHLERS

Oldenburg/Kapstadt - Skorpione als ungebetene Gäste beim Grillen, Vollbremsung wegen Schlangen und allzeit zu Scherzen aufgelegte Affenbanden – das waren Begleiterscheinungen einer abenteuerlichen Motorradreise durch Südafrika, die drei junge Oldenburgerinnen schon mal aus dem Gleichgewicht bringen konnten.

Mit den Menschen machten Michaela Illmer (30), Antje Gratopp (31) und Heike Eekhoff (31) auf dem 10 000 Kilometer entfernten Kontinent dagegen überhaupt keine schlechten Erfahrungen. „Wir haben uns nie unsicher gefühlt. Die Freundlichkeit der schwarzen und weißen Einheimischen war überwältigend“, berichten die beiden Unternehmensberaterinnen und die Projektmanagerin nach ihrer Rückkehr in die Heimat.

Keineswegs Schnapsidee

Begonnen hatte das Abenteuer Afrika keineswegs als Schnapsidee und auch nicht im Hinblick auf die dort bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Die drei Frauen, die sich vom BWL-Studium an der Uni Oldenburg kennen, hatten schon seit Jahren großes Interesse am schwarzen Kontinent gehabt. Als sie im Jahre 2008 in Deutschland den 31-jährigen Thomas Bräuer aus Südafrika kennen lernten, der hier jobbte, lud er die drei jungen Damen ein, ihn in seiner Heimat zu besuchen und dort per Motorrad sein Land zu erkunden. Nicht von ungefähr, denn die Freundinnen fahren schon seit Jahren auf Motorräder ab.

Nach monatelanger Planung machte sich das Trio dann mit Helm und Biker-Kleidung per Flugzeug auf nach Kapstadt, wo ihr Freund für ein Zwischen-Quartier gesorgt hatte. Eine durchaus anstrengende Wanderung auf den Tafelberg (natürlich ohne Motorrad und Seilbahnhilfe) und das gemeinsame Erleben von Sonnenuntergängen waren die ersten Höhepunkte. „Das ist in Südafrika einfach Kult. Man sitzt zusammen, redet nicht viel, und genießt mit einer Flasche Bier in der Hand das Naturschauspiel“, erinnern sich die Drei. Und auch das gemeinsame „Braai“ (Grillen) in der freien Natur sollten die Besucherinnen aus Deutschland in den kommenden Wochen immer wieder genießen.

Schlangen auf Fahrbahn

Für die Motorrad-Tour hatte Thomas Bräuer zwei Maschinen gechartert. Antje Gratopp, die seit Jahren nicht mehr selbst gefahren war, durfte ihre Künste gleich auf der Fahrt in den sehr gebirgigen West-Coast-Nationalpark bei einer Vollbremsung wegen Schlangen auf der Fahrbahn beweisen. Übernachtet wurde in preiswerten Hütten, so genannten Cottages. Für das Essen sorgten die drei jungen Damen selbst und bekamen beim Grillen vor der Tür angesichts von Skorpionen schon mal Gänsehaut. Einkäufe in den Dorfläden waren kein (großes) Problem. Mulmig wurde es den Bikerinnen jedoch nicht nur einmal, wenn bei kilometerlangen Fahrten über Schotterpisten keine Menschenseele (dafür umso mehr Affen), aber vor allem auch keine Tankstelle auftauchte. Aber außer einigen Reifenpannen lief alles glimpflich ab.

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Für Nervenkitzel sorgten bei Fahrten durch Nationalparks zwar nicht gerade Löwen, aber immerhin kamen Büffel und Elefanten schweißtreibend nahe.

Neugierige Menschen

„Entlang unserer 3500 Kilometer langen Tour, die überwiegend etwa 250 Kilometer parallel zur Küste im Landesinnern verlief, war die Landschaft einfach überwältigend“, resümieren die Frauen. Und wenn sie mal auf Menschen trafen, so waren diese – vor allem die Kinder – wohl neugierig, aber nie aufdringlich.

Thomas Bräuer hatte seinen Gästen von Beginn an Verhaltens-Tipps mit auf den Weg gegeben: „Wenn junge Leute auf einem Parkplatz eure Maschinen bewachen wollen, dann spielt nicht die starke Frau, sondern gebt den Jungs umgerechnet 25 Cent“. Und die Boys passten dann wirklich auf die Motorräder auf.

Auch wenn die Fußball-WM in Südafrika für die Frauen nicht im Mittelpunkt des Interesses stand, konnten sie sich der Vorfreude nicht entziehen. „Die Erwartungshaltung ist riesig. Die Südafrikaner werden bestimmt gute Gastgeber sein“, sind sich die Oldenburgerinnen sicher.




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