Garrel: Kirche schickt Kaplan in Kur

MISSBRAUCH Kindern „unangemessen“ genähert – Strafrechtlich nicht relevant


DAS BISTUM MÜNSTER HAT 2002 EINE KOMMISSION GEGRÜNDET. SEITHER WURDEN ZEHN VERDACHTSFÄLLE GEMELDET.

VON THOMAS HELLMOLD UND BJÖRN LANGE

Vechta/Garrel/Münster - Im Zusammenhang mit der Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche hat sich ein Verdachtsfall gegen einen Kaplan aus Garrel (Kreis Cloppenburg) zumindest strafrechtlich offenbar nicht bestätigt. Gleichwohl sei der Kaplan „bis zum Abschluss einer therapeutischen Maßnahme“ zunächst beurlaubt worden, teilte das Offizialat in Vechta am Montag mit.

Dem Kaplan wird vorgeworfen, sich auf einer Adventsfeier Mitte Dezember Minderjährigen in Gesprächen „unangemessen“ genähert zu haben. Dabei soll auch Alkohol eine Rolle gespielt haben. Als der 39-jährige Priester daraufhin „ins Gerede gekommen“ war, beurlaubte ihn der münstersche Bischof Dr. Felix Genn.

Nach Angaben des Bistums Münster gibt es im Bistumsbereich zurzeit zwei Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch durch Priester. In einem Fall wurde Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstattet. Das kirchliche Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung des Bistums. Im zweiten Fall liefen noch die Ermittlungen.

Das Bistum Münster, zu dessen Einzugsbereich auch der Offizialatsbezirk Oldenburg gehört, hatte bereits im Jahr 2002 eine Untersuchungskommission eingerichtet. Die Kommission steht derzeit unter Leitung von Pfarrer Dr. Hans Döink (Coesfeld). Seit Gründung dieser Kommission sind im Bistumsbereich insgesamt zehn Verdachtsfälle gemeldet worden, die sich jedoch „nicht alle“ bestätigt hätten, teilte das Bistum mit. In zwei Fällen habe die Kirche Anzeige erstattet, in einem weiteren Fall habe die Polizei die Ermittlungen aufgenommen, hieß es.

ANZEIGE

Der ehemalige Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, hatte während seiner Amtszeit den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch kirchliche Amtsträger als „schweres Vergehen“ bezeichnet. In der Nachkriegszeit habe es in seiner Diözese „vereinzelt“ Verdachtsmomente gegeben, denen jeweils sofort nachgegangen worden sei. In Fällen, in denen sich der Verdacht erhärtet habe, sei es zu Gerichtsverfahren gekommen, sagte Lettmann nach Angaben des Bistums.


FUNKTIONEN
09.02.2010
Empfehlen Sie uns weiter:


Leserkommentare (0)
Wie ist Ihre Meinung? Um Artikel kommentieren zu können, benutzen Sie bitte diese Kommentarbox. Auf der Folgeseite können Sie sich registrieren bzw. mit Ihrem NWZ-Zugang anmelden. Beachten Sie dabei unsere Diskussionsregeln.




WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT

Unfall mit Gefahrgut auf A1: Kilometerlange Staus

Ein schwerer Verkehrsunfall auf der „Hansalinie“ bei Lohne (Kreis Vechta) hat am Donnerstag zu einer mehrstündigen Vollsperrung der A1 zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Vechta geführt. Kurz nach 14 Uhr hatte ein Pkw einen Lkw touchiert.mehr

Fregatte „Bremen“ läuft zu einem NATO-Einsatz aus

Die Fregatte „Bremen“ wird am Montag (6. September) zu einem NATO-Einsatz im Mittelmeer aufbrechen. Wie die Marine am Donnerstag mitteilte, wird das Schiff Wilhelmshaven verlassen, um sich der „Standing NATO Maritime Group 2" anzuschließen.mehr

Kreis Vechta: Auto brennt -
22-jähriger Fahrer stirbt

Ein Todesopfer hat ein schwerer Verkehrsunfall am Donnerstag in Dümmerlohausen (Kreis Vechta) gefordert. Kurz nach 9.15 Uhr hatten Augenzeugen ein in Flammen stehendes Auto auf der vom Olgahafen nach Damme führenden Landesstraße 853 gemeldet.
Der Fahrer, ein 22-Jähriger aus dem Kreis Steinfurt, konnte sich aus dem völlig demolierten Fahrzeug, das zuvor frontal gegen einen Baum geprallt war und dann explosionsartig Feuer gefangen hatte, befreien. Er erlag jedoch innerhalb kürzester...mehr

Stade: Ehefrau erschlagen - Prozessauftakt

Weil er seine schlafende Frau mit einem Hammer erschlagen hat, steht seit Donnerstag ein 63 Jahre alter Mann wegen Mordes vor dem Landgericht Stade. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im März dieses Jahres die Wehrlosigkeit der 67 Jahre...mehr

Bippen: Hoher Schaden nach Feuer in Gaststätte

Bei einem Brand im Dachgeschoss eines Gaststätten- und Hotelgebäudes in Bippen (Kreis Osnabrück) ist am Donnerstag ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Wie die Polizei mitteilte, löste wahrscheinlich ein technischer Defekt das...mehr

Anzeige
Umfrage

Wie schätzen Sie die Sicherheit von Online-Banking ein?




NWZ-Wetter
NWZ-Wetter
Vorschau
Wetterfrosch
Panorama-Tour Oldenburg

SONDERTHEMEN
Sonderthemen
 
RSS-DiensteRSS-Dienste| RSS-DiensteWebcams| Kontakt| Impressum| Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat