Feuerwehr fürchtet Solardach-Brände
BAUSICHERHEIT Beim Löschen Gefahr durch Stromschläge – Photovoltaik-Experten kritisieren Einsatz im Kreis Leer
Dieses Haus ließ die Feuerwehr, wie es hieß, kontrolliert abbrennen. Löschen sei zu gefährlich gewesen. BILD: BODO WOLTERS 
Von Marco Seng und Hartmut Kern
Schwerindorf/Oldenburg - Bewohner von Solarhäusern leben gefährlich. Brände einer Photovoltaikanlage können offenbar nur schwer gelöscht werden. In Schwerinsdorf (Landkreis Leer) bekämpfte die Feuerwehr am Mittwoch einen Brand mit größter Vorsicht, weil die Einsatzkräfte Angst vor einem Stromschlag hatten. Das Feuer war im Dachgeschoss entstanden und hatte sich rasch ausgebreitet.
Nach Ansicht des Deutschen Feuerwehrverbandes hat die Einsatzleitung völlig richtig reagiert. Auch der Chef des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Hans Graulich, zeigte Verständnis. „Es gibt Fälle, in denen es besser ist, man lässt es kontrolliert abbrennen“, sagte Graulich der NWZ. Für die Bekämpfung von Solarbränden gebe es keine einheitliche Lösung.
Im Innenministerium in Hannover sieht man das anders. Es gebe genaue Anweisungen für den Umgang mit solchen Bränden, sagte der Brandschutzexperte Friedhelm Rosenke der NWZ. Die Feuerwehr müsse nur den richtigen Abstand beim Löschen einhalten. Photovoltaik-Experten in der Region kritisierten den Feuerwehreinsatz scharf und sprachen von einer „Frechheit“.
Wer die Installation einer Photovoltaikanlage anmeldet, erhält bei der Öffentlichen Versicherung Oldenburg auch ohne eine höhere Prämie Versicherungsschutz, erklärt Abteilungsleiter Markus Wolf.
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