Firma will Kabel unter die Erde legen
ENERGIE Planfeststellung für Stromtrasse zwischen Ganderkesee und St. Hülfe soll bald beginnen
VON MARCO SENG, REDAKTION HANNOVER
Ganderkesee/Hannover - Der Bau der umstrittenen Stromtrasse zwischen Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) und St. Hülfe bei Diepholz rückt näher. Das Energieunternehmen Transpower AG will möglichst schnell mit dem ersten Abschnitt von gut acht Kilometern südlich von Ganderkesee beginnen. Bis nach Klein Henstedt sollen die 380 000-Volt-Leitungen als Erdkabel verlegt werden. Die restlichen rund 42 Kilometer bis St. Hülfe sind als Freileitung geplant. Nach Angaben von Transpower soll das Planfeststellungsverfahren in drei Wochen beginnen. Das Unternehmen rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren für das gesamte Projekt. Über die neue Stromtrasse soll künftig die Windenergie von der Nordsee zu den Vebraucherschwerpunkten im Süden Deutschlands transportiert werden.
Mit dem Pilotprojekt im Nordwesten wird der Einsatz von Erdkabeln getestet – vor allem in der Nähe von Wohnbereichen. „Es gibt wenig Betriebserfahrung mit Höchstspannungsnetzen“, sagte Transpower-Geschäftsführer Martin Fuchs am Dienstag in Hannover. Zwei weitere Stromtrassen sind im Emsland und in Südniedersachsen geplant. „Der Netzausbau ist im Energieland Niedersachsen von enormer Bedeutung“, sagte Agrar-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) dieser Zeitung. „Mindestabstände zu Siedlungen und einzelnen Häusern sind dabei Bedingung.“
Das Erdkabel zwischen Ganderkesee und Klein Henstedt wird in einem 15 Meter breiten und zwei Meter tiefen Kabelgraben verlegt. Ein Betonmantel soll die Kabelstränge gegen Überhitzung schützen. Insgesamt werden auf der Strecke 100 Kilometer Kabel eingesetzt. Alle 900 Meter wird ein Verbindungsstück benötigt. Von den geschätzten 160 Millionen Euro für den Bau der gesamten Strecke entfallen rund 100 Millionen Euro auf die Erdverkabelung. „Die Trasse wird in der Landschaft sichtbar bleiben“, sagte Fuchs.
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