Dicker Qualm verrät Einswarder Drogen-Plantage
Straftat 1800 Pflanzen in einer ehemaligen Werkstatt entdeckt – Landeskriminalamt untersucht
von Horst lohe
Einswarden - In den vergangenen Jahren hat die Polizei in Butjadingen und Nordenham bereits mehrere Cannabis-Plantagen ausgeräumt. So professionell hergerichtet und so groß wie die jetzt in Einswarden entdeckte mit etwa 1800 Pflanzen war offenbar aber noch keine. Das bestätigte am Donnerstag Uwe Thöle, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Nordenham in einem Gespräch mit der NWZ .
Allerdings geht die Polizei davon aus, dass die Plantage in Einswarden erst Anfang dieses Jahres angelegt worden ist und noch keine erntereifen Pflanzen vorhanden gewesen sind. Die Täter konnten also noch kein Marihuana gewinnen und somit auch noch keinen Profit auf dem Drogenschwarzmarkt erzielen.
Bei früheren Funden hatte es die Polizei mit klaren Eigentumsverhältnissen zu tun und konnte die Täter rasch ermitteln. In diesem Fall muss sie erst die Miet- und Eigentumsverhältnisse klären. Hinweisen auf die Täter geht die Polizei bereits nach, gibt aber aus kriminaltaktischen Gründen, so Uwe Thöle, noch keine näheren Auskünfte. Auch die aufgebauten Drogen-Vertriebswege sollen ermittelt werden.
Ein Brand in einer ehemaligen Werkstatt des CVJM in der Heiligenwiehmstraße in Einswarden war der Polizei am vergangenen Sonntagmorgen gegen 7 Uhr gemeldet worden. Nachbarn hatten dicken Qualm gesehen. Polizei und Feuerwehr stellten dann aber vor Ort fest, dass es sich nicht um einen Brandfall handelt. Die Polizei vermutet, dass mit der Abwärme aus der Cannabis-Plantage Wasserdampf nach außen getreten war.
Die 1800 Pflanzen unterschiedlicher Größe befanden sich im Ober- und Erdgeschoss des Hallengebäudes. Auch Anlagen zur Be- und Entlüftung sowie Bewässerung waren installiert. Das vorgelagerte Wohngebäude war von einer Verwalterin nur zeitweise zu Wohnzwecken genutzt worden.
Das Technische Hilfswerk Nordenham half beim Abtransport der Pflanzen. Das Landeskriminalamt in Hannover untersucht ihren Wirkstoffgehalt. Der Großteil wird vernichtet. Die Polizei ( 99810) bittet die Bevölkerung um weitere Hinweise zur Aufklärung der Straftat.
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