IM NORDWESTEN, 23. Juli 2010


Jugendämter sehen Ameland als absolute Ausnahme

Missbrauch Jugendämter der Region setzen auf solide Ausbildung der Betreuer


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Leerer Stuhlkreis am Donnerstag auf Ameland. Die schweren sexuellen Übergriffe in einem Feriencamp auf der westfriesischen Insel haben eine heftige Diskussion über die Sicherheit in Ferienlagern ausgelöst. BILD: Ddp  Bild vergrößern

Als Nachweis für gute Ausbildung gilt die „Juleica“. Inhaber der Karte müssen über fundierte Qualifikation verfügen.

von Thomas Hellmold Und Unseren Lokalredaktionen

Im Nordwesten - Rudolf Mattern bringt es auf den Punkt. „Ameland war eine absolute Ausnahme“, sagt der Fachbereichsleiter für Jugend, Familie, Senioren und Soziales bei der Stadtverwaltung in Delmenhorst. Gleichwohl seien solche Fälle von sexuellem Missbrauch „niemals mit hundertprozentiger Sicherheit“ auszuschließen.

Eine Umfrage bei Jugendämtern und Verbänden des Oldenburger Landes bestätigt diese Einschätzung im Prinzip. Aber es gibt auch Nuancen. Normalerweise seien sich Jugendverbände und Vereine, die Ferienlager anbieten, ihrer Verantwortung „sehr wohl bewusst“, glaubt Robert Wittkowski, Jugendamtsleiter des Landkreises Oldenburg.

Welche Lehren lassen sich aber aus den bekannt gewordenen Gewaltexzessen unter Jugendlichen in einem Feriencamp des Osnabrücker Stadtsportbundes auf der niederländischen Insel Ameland ziehen? „Auf jeden Fall für eine fundierte Ausbildung der Jugendbetreuer sorgen“ , sagt der Sprecher des Landkreises Friesland, Sönke Klug. Er vertraut auf die sogenannte „Juleica“, die Jugendleiter-Card, deren Inhaber eben diese Ausbildung, absolviert haben müssen. Zu deren festem Bestandteil gehört auch die Sensibilisierung für sich anbahnende Fälle von sexuellem Missbrauch in einem Ferienlager.

Auf die Juleica setzt auch der Ammerländer Kreisjugendpfleger Volker Gudlat. Er empfiehlt besorgten Eltern darauf zu achten, dass die Betreuer ihrer Kinder eine solche Karte nachweisen können. Grundsätzlich empfehlen die Jugendämter den Eltern, sich persönlich ein Bild von den Organisationen und den Betreuern zu machen.

Der Kreissportbund Wesermarsch warnt davor, nach den Vorfällen von Ameland jetzt alle Ferienlager pauschal zu verurteilen. „So bedauerlich dieser Gewaltexzess auch ist – es gibt so viele Angebote von Vereinen und Schulen, bei denen nichts passiert“, weiß Kreissportbundvorsitzender Wilfried Fugel.

Die Jugendpflege im Kreis Cloppenburg bietet den Vereinen und Verbänden zweimal im Jahr Gruppenleiterlehrgänge an. „Darin ist auch das Thema Misshandlung enthalten“, sagt Kreisjugendpflegerin Christiane Grenz.

Die Stadt Oldenburg vertraut auf ihre eigenen Kräfte. Sie bietet Jugendfreizeiten selbst an und vergibt sie nicht an freie Träger. „Bei unseren Freizeiten sind immer hauptamtliche Kräfte dabei, die engen Kontakt zum Jugendamt halten“, erklärt Amtssprecher Andreas van Hooven.

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Im Katholischen Jugendhof Vechta beginnt in der kommenden Woche das 28. Bundeslager der Malteser-Jugend. mit 600 Teilnehmern aus vier Ländern. Dort schlafen Mädchen und Jungen generell in getrennten Zelten. Und in jedem Zelt übernachtet mindestens ein Gruppenleiter mit, verspricht die Bundesjugendreferentin der Malteser, Ruth Werthmann (Osnabrück).




 



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